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EASA-Piloten haben ihre Boeing 737 MAX-Testflüge abgeschlossen

Die EASA hat ihre fliegerische Evaluierung der Modifikationen der Boeing 737 MAX in dieser Woche abgeschlossen. Von Vancouver in Kanada aus hatten EASA-Testpiloten eine modifizierte 737 MAX 7 getestet. Die Ergebnisse der Tests werden jetzt analysiert. Schon in der nächsten Woche gibt es ein Treffen des internationalen Joint Operations Evaluation Board, um über die nächsten Schritte zur Wiederzulassung zu beraten.

12.09.2020

Die Testpiloten der EASA haben ihre Flüge mit der Boeing 737 MAX von Vancouver in Kanada aus durchgeführt. © EASA

Das Testpiloten-Team der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat seine Testflüge mit der Boeing 737 MAX abgeschlossen. Diese Flüge fanden nicht beim Hersteller Boeing in Seattle statt, sondern starteten aufgrund der Reisebeschränkungen durch die Covid-19-Pandemie im nördlich gelegenen Vancouver in Kanada. Die eigentlichen Flugversuche flogen die Testcrews aber über US-Staatsgebiet im nördlichen US-Bundesstaat Washington und nicht im kanadischen Luftraum.

Die EASA-Piloten flogen ihre Test zur Wiederzulassung der 737 MAX auf einem Prototyp der Boeing 737 MAX 7. © Volker K. Thomalla

Die Testflüge sind ein Meilenstein auf dem Weg der Boeing 737 MAX zur Wiederzulassung. Derzeit besteht noch ein weltweites Flugverbot des Musters nach zwei Unfällen im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien, bei denen 346 Menschen ums Leben gekommen waren. Bei der Ermittlung der Unfallursache war das Flugsteuerungssystem MCAS in den Fokus der Unfallforscher geraten. Boeing hat die 737 MAX modifiziert, und diese Modifikationen werden nun von verschiedenen Luftfahrtbehörden überprüft. Zunächst hatten Testpiloten der US-Luftfahrtbehörde FAA eine modifizierte 737 MAX geflogen, danach Piloten der kanadischen Behörde Transport Canada. Zwischen dem 8. und dem 10. September hatten schließlich EASA-Piloten im Cockpit der Boeing 737 MAX 7 mit dem Kennzeichen N7201S gesessen. Zuvor hatten sie die Änderungen an dem Flugzeug in einem Simulator in London-Gatwick getestet.

Treffen des JOEB am 14. September

Am 14. September trifft sich das Joint Operations Evaluation Board (JOEB), in dem Mitarbeiter der FAA, der EASA, von Transport Canada und der brasilianischen Luftfahrtbehörde vertreten sind, in Gatwick, um über die nächsten Schritte bei der Wiederzulassung des Boeing 737 MAX zu beraten. Dazu gehören auch Beratungen über die zukünftigen Vorschriften für das Pilotentraining der 737 MAX.

„Die EASA hat in enger Zusammenarbeit mit der FAA und Boeing kontinuierlich daran gearbeitet, die Boeing 737 MAX so schnell wie möglich wieder in Dienst zu stellen, aber erst dann, wenn wir davon überzeugt sind, dass sie sicher ist“,teilte die Flugsicherheitsagentur mit.

Boeing hat durch das Grounding des Musters einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar erlitten. Bis Ende 2019 hatte der Hersteller die Serienfertigung der 737 MAX mit reduzierter Stückzahl aufrechterhalten und die fertigen Flugzeuge geparkt. Im Januar dieses Jahres musste der Hersteller die Serienfertigung unterbrechen und konnte sie erst im Mai wieder aufnehmen. Aufgrund der Coronakrise, die ab März dieses Jahres die Nachfrage nach Passagierflügen extrem einbrechen ließ, haben Kunden Bestellungen annulliert und geplante Auslieferungen noch weiter verschoben.

Volker K. Thomalla

 

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