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Erst Ausweichlandung, danach Auseinandersetzung an Bord

Die Passagiere des Fluges Turkish Airlines TK1331 von Istanbul nach Bremen hatten gestern keinen guten Tag erwischt: Erst musste das Flugzeug nach Brüssel ausweichen, dann gab es "unruly" Passagiere an Bord.

30.10.2017

Aufgrund einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen zwei Passagieren an Bord konnte die TK1331 am Sonntag erst nach einigen Holdings in Bremen landen. © flightradar24.com

Sturm „Herwart“ hat gestern den Flugverkehr in Teilen Europas, aber besonders im Norden Deutschlands, erheblich durcheinandergebracht. Die Böen verursachten vielfaches Durchstarten von landenden Verkehrsflugzeugen und sorgten für Ausweichlandungen auf weniger vom Sturm betroffenen Flughäfen.

Der Turkish Airlines-Flug TK1331 von Istanbuls Atatürk-Flughafen nach Bremen war gestern davon auch betroffen. Die Boeing 737-800 sollte planmäßig um 11.25 Uhr auf dem Flughafen der Hansestadt aufsetzen. Jedoch tobte zu diesem Zeitpunkt Sturm „Herwart“ über Norddeutschland. Die Besatzung des Fluges versuchte eine Landung, brach sie jedoch aufgrund der starken Böen ab und begab sich in ein Holding westlich des Platzes, um auf günstigere Wetterbedingungen zu warten. Die kamen jedoch auch nach sieben Warteschleifen nicht, so dass sich die Crew zu einer Ausweichlandung auf dem Flughafen von Brüssel entschloss. Dort hatte der Wind abgeflaut, und die Landung erfolgte völlig problemlos.

„Unruly Passengers“ verhindern Landung

Nach rund einer Stunde Wartezeit am Boden in Belgien war der Sturm auch über Bremen hinweggezogen, so dass eine problemlose Landung in Bremen möglich schien. Die Besatzung startete in Brüssel und sollte um 15.50 Uhr in Bremen aufsetzen. Doch die Abholer der Passagiere mussten auf der Anzeigetafel des Flughafens sehen, wie sich die erwartete Ankunftszeit im 10-Minuten-Takt nach hinten verschob. Das Flugzeug drehte erneut Warteschleifen westlich des Platzes. Schuld an dieses Holdings waren dieses Mal jedoch nicht die meteorologischen Verhältnisse, sondern zwei Passagiere an Bord, die unbedingt – so Zeugenaussagen von Mitreisenden – rauchen wollten. Dieses wiederum wollten andere Fluggäste und die Besatzung verhindern, und es kam zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung an Bord. Die Cockpitbesatzung informierte die Bundespolizei über die Situation und bat um Unterstützung nach der Landung.

Als die Situation an Bord unter Kontrolle war, landete die Boeing 737-800 nach einer Flugzeit von 1:52 Stunden, über eine Stunde später als beim Abflug in Brüssel vorgesehen, und über fünf Stunden später als ursprünglich geplant. Die Unruhestifter wurden von Beamten der Bundespolizei ohne Widerstand zu leisten von Bord geführt.

Volker K. Thomalla

 

 

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1 Kommentar

  • Max

    Übrigens hatte das Flugzeug dreifaches Pech – als es wieder von Bremen nach Istanbul fliegen sollte, verunfallte unmittelbar zuvor ein Privatflugzeug bei der Landung, was zur Sperrung des Flughafens führte. Das Flugzeug konnte erst am Folgetag nach Istanbul zurückkehren.

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