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Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) meldet Insolvenz an

Die Zeitfracht-Tochter Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) musste Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden, nachdem der Wetlease-Vertrag mit der Eurowings aufgrund der Covid-19-Krise gekündigt wurde. Die 15 Turbopop-Flugzeuge umfassende Flotte steht jetzt in der Slowakei und wartet auf Aufträge.

23.04.2020

Von 2007 bis 2017 flogen die Bombardier Dash 8 Q400 der Luftfahrtgesellschaft Walter für die Air Berlin, danach für die Eurowings. © Volker K. Thomalla

Die Coronakrise und der damit verbundene Einbruch nach Passagierflügen zieht eine Welle an Insolvenzen bei Luftfahrtunternehmen nach sich. Gestern hat die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) beim Amtsgericht in Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Die 1980 gegründete Airline gehört zur Berliner Zeitfracht-Gruppe und verfügt über eine Flotte von 15 Bombardier Dash 8 Q400 – die derzeit allerdings beschäftigungslos in Bratislava geparkt sind. Zuletzt flog die LGW im Auftrag der Eurowings auf Strecken, auf denen sich der Einsatz von größeren Flugzeugen nicht gelohnt hat. Als dieser Auftrag als Folge der derzeitigen Krise wegfiel, blieb dem Unternehmen keine andere Wahl, als den Weg in die Insolvenz anzutreten. Von der Insolvenz betroffen sind 354 Mitarbeiter, von denen 294 zum fliegenden Personal gehören.

Vertrag mit Eurowings geplatzt

Dominik Wiehage, der Hauptgeschäftsführer (CEO) der LGW, sagte: „Wir bedauern sehr, dass wir durch die Corona-Pandemie zu diesem Schritt gezwungen wurden. Wir hatten unsere 15 Flugzeuge vom Typ De Havilland DHC-8 in einer längerfristig angelegten Kooperation exklusiv bei der Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings im Einsatz. Eurowings musste rund 90 Prozent der eigenen Flotte stilllegen und den Wetlease-Vertrag mit der LGW vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung kurzfristig beenden. Nach Aufkündigung der Zusammenarbeit durch Eurowings haben wir uns intensiv um Beschäftigung für unsere LGW-Flugzeuge in ganz Europa bemüht und werden dies in der Eigenverwaltung auch weiterhin versuchen. Aufgrund des praktisch vollständigen Stillstands des Luftverkehrs waren diese Bemühungen bislang leider nicht erfolgreich. Da sich – Stand heute – zudem nicht abschätzen lässt, ob wir öffentliche Mittel erhalten werden, um die Zeit bis zu einem Wiederaufleben des Luftverkehrs gerade auf den von der LGW bedienten Regionalrouten zu überbrücken, müssen wir daher die rechtlich notwendige Konsequenz ziehen. Es tut uns sehr leid für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LGW – allesamt sehr gut ausgebildete, sehr motivierte und sehr kundenorientierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die wir gerade mit der Eigenverwaltung die Option offen halten wollen, bei einem Neustart des Luftverkehrs wieder mit dabei zu sein.“

Volker K. Thomalla

 

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