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SSJ100 brennt nach Notlandung in Moskau aus

Ein Suchoi Superjet 100 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot ist gestern bei einer Notlandung auf dem Flughafen Scheremetjewo in Flammen aufgegangen und wurde völlig zerstört. Von den insgesamt 78 Insassen sollen bis zu 41 den Unfall nicht überlebt haben, mehrere wurden schwer verletzt.

6.05.2019

Aeroflot ist der größte Kunde für den Suchoi Superjet 100. © Aeroflot

Bei einer Notlandung auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo ist gestern ein Regionaljet vom Typ Suchoi Superjet 100 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot verunglückt. Der erst zwei Jahre alte SSJ100 mit dem Kennzeichen RA-90098 war um 18.03 Uhr Ortszeit in Scheremetjewo zu einem Inlandsflug nach Murmansk gestartet. An Bord des Flugzeugs befanden sich fünf Besatzungsmitglieder und 73 Passagiere.

Passagiere retten sich mit Handgepäck

Die russische Ermittlungskommission sagte auf einer Pressekonferenz, nach dem Start habe eines der beiden Triebwerke Feuer gefangen, worauf die Besatzung sich zur Umkehr und zur Notlandung entschlossen habe. Der Jet kam zur Landung herein und setzte 14 Minuten nach dem Start hart auf, hob kurz wieder ab und setzte dann endgültig auf. Ein Video einer Überwachungskamera des Flughafens zeigt erst nach dem zweiten Aufsetzen Flammen. Das Video zeigt auch, wie das Flugzeug von der Runway abkommt und danach von Flammen umhüllt wird. Die Feuerwehr und Rettungskräfte waren innerhalb kürzester Zeit am Unfallort. Die Notrutschen wurden an den vorderen Türen aktiviert, und viele Passagiere konnten sich ins Freie retten. Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera sowie auf Handy-Aufnahmen ist zu erkennen, dass nicht wenige Passagiere mit ihrem Handgepäck aus dem Flugzeug kommen.

Nach ersten Angaben der russischen Staatsanwaltschaft sind mindestens 13 Passagiere bei dem Unglück ums Leben gekommen, später wurde diese Zahl auf „bis zu 41“ revidiert. Die Unfallermittler sprachen am späten Abend auch davon, dass es mehrere Schwerverletzte gegeben habe. In Russland ermittelt die Staatsanwaltschaft bei allen Flugzeugunglücken mit Todesfolge.

Die SSJ100 werden von zwei SaM-146-Turbofans angetrieben, die von einem französisch-russischen Triebwerkskonsortium hergestellt werden. Es gibt unbestätigte Berichte über einen Blitzeinschlag im Flugzeug direkt nach dem Start.

Volker K. Thomalla

 

 

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