Homepage » Luftverkehr - news » Stuttgart Airport: Historisch schlechtes Jahr

Aufgrund einer Runway-Erneuerung hatte der Flughafen Stuttgart für das Jahr 2020 zwar mit einem Rückgang der Verkehrszahlen gerechnet, doch einen Einbruch in dieser Größenordnung hatte niemand kommen sehen.

14.01.2021

Die Passagierzahlen am Flughafen Stuttgart lagen im Jahr 2020 rund 75 Prozent unter denen des Vorjahres. Die Fracht wurde häufig mit temporären Frachtflugzeugen wie dieser Boeing 787 transportiert. © Flughafen Stuttgart

Der Flughafen der baden-württembergischen Landeshauptstadt hatte die erste Welle der Covid-19-Pandemie dazu genutzt, eine geplante Runway-Erneuerung vorzuziehen. Deswegen war er im April 2020 nicht anfliegbar. Mit einem Rückgang der Passagierzahlen durch eine mehrwöchige Sperre aufgrund der Baumaßnahmen hatte der Flughafenbetreiber ja gerechnet, aber dass der Einbruch bei den Passagierzahlen und den Flugbewegungen aufgrund der Coronakrise solche Ausmaße annehmen würde, damit hatte niemand gerechnet.

Der Flughafen Stuttgart kam im abgelaufenen Jahr auf 3,2 Millionen Fluggäste (genau: 3.213.695). 2019 waren es noch 12,73 Millionen Passgiere innerhalb eines Jahres gewesen. Das entspricht einem Rückgang von 74,78 Prozent. Auch die Flugbewegungen gingen dramatisch zurück: Mit 58.803 Starts und Landungen musste der Airport einen Rückgang von 58,7 Prozent hinnehmen.

Ein Viertel weniger Fracht

Das Frachtaufkommen lag auch deutlich unter den Zahlen des Jahres 2019, aber in diesem Segment gab es „nur“ einen Einbruch um 25,5 Prozent auf 19.083 Tonnen. Hier machte sich vor allem das Fehlen der Passagierflugzeuge bemerkbar, die im Unterdeck Luftfracht transportieren. Dafür wurden nach Angaben der Flughafengesellschaft vermehrt reine Frachtflüge durchgeführt, zum Teil auch mit temporären Frachtern wie den Boeing 787 Dreamliner der TUIfly aus Belgien.

Dr. Arina Freitag, die Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH, sagte: „Wir haben ein historisch schlechtes Jahr hinter uns. Vor uns liegt eine lange Durststrecke. Das Vorkrisenniveau wird leider erst mittelfristig wieder erreicht werden. Wir haben daher zahlreiche Maßnahmen getroffen, um die Liquidität und die Zukunftsfähigkeit unseres Landesflughafens zu sichern.“

Walter Schoefer, der Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH unterstreicht die Ausnahmesituation in diesem Jahr und pocht auf die zugesagten Hilfen für die angeschlagenen Flughäfen: „Die Lage der Airlines und Airports ist nach wie vor äußerst kritisch. Die angekündigte Unterstützung von Bund und Ländern für die Vorhaltekosten der Flughäfen muss bald umgesetzt werden, und zwar in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Wir müssen unsere Infrastruktur erhalten, unsere Klimaziele erreichen, und nicht zuletzt auch die 180.000 Arbeitsplätze in dieser Branche schützen.“

Volker K. Thomalla

 

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