Der französische Flugzeughersteller AURA AERO aus Toulouse hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen, in der er neue Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro akquirieren konnte. Außerdem erhält das Unternehmen Unterstützung des US-Bundesstaates Florida für den Aufbau einer Produktionsstätte in Daytona Beach im Sunshine State.
Jérémy Caussade, der Präsident und Mitbegründer von AURA AERO, beschrieb in einem Medienbriefing, dass diese Finanzierung es dem Unternehmen ermöglichen werde, bei drei Prioritäten bedeutende Fortschritte zu erzielen: dem Erstflug des 19-sitzigen, hybrid-elektrisch angetriebenen Regionalflugzeugs ERA, dem Produktionshochlauf bei der Integral-Einmot-Familie und dem Ausbau des Betriebs mit der Drohne ENBATA, während gleichzeitig die für die Massenproduktion notwendigen industriellen Kapazitäten in Frankreich und in den USA aufgebaut würden. Er sagte: „Wir bauen weit mehr als nur Flugzeuge: Wir schaffen einen neuen europäischen Industrieplayer. Dieser Meilenstein gibt uns die Mittel, unsere technologischen Ziele zu erreichen und vor allem in großem Maßstab zu produzieren.“
20 Festbestellungen für ERA
Bei dem Briefing gab AURA AERO bekannt, dass der Erstflug der ERA sich um einige Monate verzögern werde. Statt wie bisher für Ende 2026 strebt der Hersteller nun den Erstflug für Ende 2027 an. Derzeit stehen über 700 Kaufabsichtserklärungen von 16 Kunden für die ERA im Auftragsbuch von AURA AERO. 20 dieser Erklärungen hatte die private französische Fluggesellschaft Pan Européenne vor wenigen Wochen in Festbestellungen umgewandelt. Die ersten Auslieferungen sollen aber nach wie vor 2030 erfolgen.
Das unbemannte Fluggerät ENBATA soll zur europäischen Unabhängigkeit bei Rüstungsgütern beitragen. Die Drohne wird frei von ITAR-Regularien (International Traffic in Arms Regulations) sein, das bedeutet, es werden keine US-Produkte oder Systeme verbaut, die dem US-Außenministerium ein Mitspracherecht bei eventuellen Exportgeschäften einräumen. AURA AERO hat als Industriepartner bei der ENBATA-Drohne Safran, Thales, Aresia und andere französische Unternehmen gewonnen.
Die AURA AERO-Ingenieure haben ausgerechnet, dass ENBATA bis zu 55 Stunden in der Luft bleiben kann. Bei einer maximalen Abflugmasse von zwei Tonnen beträgt die Nutzlast der einmotorigen Drohne rund eine Tonne. Mögliche Missionen für ENBATA sind Langstrecken-Aufklärungsflüge, Überwachung, elektronische Kriegsführung, Seeraumüberwachung, Kommunikationsknoten und Anti-Drohnen-Flüge.
Volker K. Thomalla
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