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A400M darf nun unbeschränkt Fallschirmjäger absetzen

Das simultane Absetzen von Fallschirmjägern aus den Seitentüren eines Flugzeugs ist keine banale Herausforderung. Die Physik, und dabei besonders die Aerodynamik können einem dabei Streiche spielen und die Konstrukteure zurück an den Rechner beordern. Airbus hat diese Probleme bei der A400M nun gelöst, so dass diese wichtige militärische Fähigkeit nun auch zugelassen ist.

9.06.2020

Der Airbus A400M darf nun Fallschirmjäger aus beiden Seitentüren simultan absetzen. © Paul Kaps

Der Fähigkeitszuwachs beim europäischen Militärtransporter Airbus A400M geht nun Schlag auf Schlag voran, wenn auch die Fähigkeiten viel später zugelassen werden, als ursprünglich von den Kunden – und vom Hersteller – erhofft. Eine der Aufgaben, die im Pflichtenheft des Musters stehen, ist das simultane Absetzen von Fallschirmjägern aus beiden Seitentüren im Heck.

Bereist 2011 hatten erste Tests zum Absetzen von Fallschirmspringern sowohl über die Heckrampe als auch über die Seitentüren begonnen. Dabei hatte sich gezeigt, dass das simultane Absetzen aus den Türen Probleme bereiten kann, da die Springer hinter dem Flugzeug aufeinander zu getrieben werden. Automatikschirme verfügen nur über begrenzte Steuerungsmöglichkeiten, so dass die Airbus-Ingenieure eine mechanische und aerodynamisch vertretbare Lösung finden mussten.

Flugbahnen der Springer analysiert

Im vergangenen Sommer hat der Hersteller in Zusammenarbeit mit der französischen Zulassungbehörde DGA belgische und französische Fallschirmjäger im Reihensprung aus beiden Seitentüren abgesetzt. Dabei wurden maximal 40 Soldaten aus jeder Tür abgesetzt. Ingenieure des Hersteller verfolgten die Flugbahnen der Springer direkt nach dem Verlassen des Flugzeuges und analysierten sie.

Mit über 1.000 Sprüngen im Mai 2020 wiesen belgische und französische Fallschirmjäger nach, dass ein simultanes Absetzen von bis zu 116 Soldaten aus den Seitentüren des Airbus A400M gefahrlos möglich ist. © Airbus

Im Mai dieses Jahres wurde die Zahl der abgesetzten Springer auf 58 pro Seite – die maximale Zahl, die mit dem Muster möglich ist – gesteigert. Insgesamt führten in diesem Monat – erneut belgische und französische Paras – über 1.000 Sprünge aus dem Airbus A400M durch.

Dirk Hoke, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus Defence and Space, sagte: „Diese Zulassung bringt eine herausfordernde Reise zu einem Ende. Diese Fähigkeit verstärkt den strategischen Wert, den die A400M bereits jetzt für die Streitkräfte und die Gesellschaft bietet, was bereits während der Covid-19-Hilfsmissionen unter Beweis gestellt wurde.“ 

Bob Fischer

 

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