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Belgien feiert 45 Jahre Multi National Fighter Program (MNFP)

Dank des Multi National Fighter Program (MNFP) haben Belgien, die Niederlande, Dänemark und Norwegen vor 45 Jahren die F-16 vom damaligen Hersteller General Dynamics gekauft. Die Belgian Air Component hat an mit einer Sonderlackierung einer F-16 an das Gründungsjahr des internationalen Beschaffungskonsortiums gedacht.

29.10.2020

Die Belgian Air Component betreibt derzeit noch 54 F-16. Das Muster wird durch die F-35A Lightning II abgelöst. © Belgian Air Force/Adjt. Bart Roselle

Schon 1965 begann die Entwicklung der F-16 als kleiner, leichter Jet für Luftverteidigungsaufgaben bei Tag (Advanced Day Fighter). Nach einer Unterbrechung der Entwicklung des Advanced Day Fighter (ADF) wurde das Projekt in Lightweight Fighter umbenannt und neue Mindestanforderungen für das Projekt festgelegt. Die maximale Masse sollte 9.000 Kilogramm nicht überschreiten, die Geschwindigkeit sollte mindestens Mach 1.6 betragen, und die Systemarchitektur sollte Möglichkeit bieten, das Flugzeug mit neuen Technologien und Waffensystemen zu verbessern, wenn diese verfügbar wären. Am 13. Januar 1975 ging die YF-16 von General Dynamics als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Die unterlegene YF-17 Cobra von Northrop wurde später zur F/A-18 Hornet für die US Navy weiterentwickelt.

45 Jahre MNFP

Ab Februar 1975 wurde die F-16 einigen NATO-Ländern wie Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen angeboten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die US Air Force bereits 650 Exemplare des neuen, leichten Fighters bestellt. Die zuvor genannten NATO-Staaten hatten sich schon zuvor bei der Suche nach einem Nachfolger für ihre veralteten F-104 Starfighter zu den European Participating Air Forces (EPAF) zusammengeschlossen.

Die US-Regierung und die EPAF schlossen ein Abkommen, das schon am 10. Juni 1975 zur Gründung des F-16 Multi National Fighter Program (MNFP) führte. Die Hauptaufgabe des F-16 MNFP war die Weiterentwicklung der F-16 auf die Bedürfnisse der europäischen Länder. Schließlich erwartete der Hersteller einen Bedarf der MNFP-Länder von insgesamt 348 F-16, zusätzlich zu den 650 Exemplaren für die US Air Force. Diese Flugzeuge wurden auch geordert. Die Jets für die europäischen Partner wurden von SABCA in Belgien und Fokker in den Niederlanden gebaut. Die erste F-16 der belgischen Luftstreitkräfte, die insgesamt 160 Exemplare bestellten, wurde am 29. Januar 1979 an den Stützpunkt Beauvechain geliefert.

Ersatz für die F-104 Starfighter

Bereits 1987 dachten die MNFP-Partner über einen möglichen Ersatz der F-16 nach, aber aus Haushaltsgründen war dies vielen MNFP-Partnern nicht möglich. Daraufhin wurde beschlossen, eine strukturelle Modernisierung, das so genannte Mid-Life Update (MLU), der Flotte durchzuführen. Dank der internationalen Zusammenarbeit und der MNFP wurden die F-16 der Belgian Air Component zu multifunktionalen Kampfflugzeugen der vierten Generation modifiziert, die mit einer Vielzahl von Sensoren und Waffensystemen für fliegende Aufklärungseinsätze, Präzisionsbombardements und Luftkämpfe ausgestattet sind.

Heute zählt die belgische F-16-Flotte noch immer 54 einsatzbereite Flugzeuge, darunter 45 F-16A und 9 F-16B, die in Kleine-Brogel und in Florennes stationiert sind. Ein Teil der belgischen F-16 wurde nach Jordanien verkauft. Zum Gedenken an diesen wichtigen Meilenstein von 45 Jahren internationaler Zusammenarbeit erhielt das Leitwerk der FA-116 jetzt eine besondere Farbgebung. Doch die Tage der F-16 in der Flotte der Belgian Air Force sind gezählt: Im Oktober 2018 hat sich die belgische Regierung für die Beschaffung von 34 F-35A Lightning II als Ersatz für die F-16 entschieden. Die ersten Lightning II sollen 2023 vom Hersteller Lockheed Martin geliefert werden.

Bob Fischer

 

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