Homepage » Militär - news » Bundeswehr setzt PZL M28 bei der Sprungausbildung ein

Die Bundeswehr hat nach einem mehrjährigen Beschaffungsverfahren nun damit begonnen, die zweimotorige Turboprop-Maschine PZL M28 Skytruck für die Sprungausbildung ihrer Fallschirmjäger einzusetzen. Zwei Exemplare wurden modifiziert und von einem zivilen Anbieter geleast.

10.08.2017

Die Bundeswehr setzt seit Ende Juni zwei PZL M28 Skytruck für die Sprungausbildung von Fallschirmjägern ein. © Bundeswehr

Seit 2012 hat die Bundeswehr daran gearbeitet, das polnische Turbopropflugzeug PZL M28 Skytruck  für die Sprungausbildung ihrer Fallschirmjäger zu beschaffen. Ende Juni begann dann beim Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport in Altenstadt/Oberbayern sowie in Zweibrücken der Sprungbetrieb mit dem Muster. Der von zwei Pratt & Whitney Canada PT6A-65B angetriebene, angestrebte Schulterdecker zeichnet sich durch kurze Start- und Langstrecken aus, so dass er auf dem Heeresflugplatz in Altenstadt eingesetzt werden kann. Bei maximaler Zuladung beträgt die Startstrecke nur 548 Meter.

Die Bundeswehr benötigt ein Flugzeug dieser Art, weil der Luftwaffenstützpunkt Penzing zum Jahresende geschlossen wird und damit die bisher für die Sprungausbildung eingesetzten C-160 Transall nicht mehr zur Verfügung stehen. Außerdem ist der Klarstand der C-160 aufgrund der hohen Einsatzbelastungen immer weiter gesunken. Das Nachfolgemuster der Transall, der Airbus A400M, ist in der Bundeswehr noch nicht für den Fallschirmsprungbetrieb zugelassen.

Die von der Sikorsky-Tochter PZL in Mielec gebaute M28 Skytruck wurde für den Einsatz bei der Bundeswehr modifiziert. Sie erhielt unter anderem ein Ankerseil für das Einhaken der Auslösemechanismen der Automatik-Fallschirme, seitlich angebrachte Klappsitze, verlängerte Sicherheitsgurte, ein fest eingebautes Intercom zur Kommunikation zwischen Absetzen und Piloten sowie eine Lichtsignalanlage über der Heckrampe, mit der den Fallschirmjägern der Absetzzeitpunkt angezeigt wird. Die Bundeswehr hat zwei M28 von der Magdeburger Firma PD Sicherheit für vier Jahre geleast und betreibt sie mit polnischen zivilen Kennzeichen. Die Bundeswehr verspricht sich durch den Einsatz der beiden Skytrucks eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten bei der Sprungausbildung. Die Kabine der M28 ist allerdings verhältnismäßig eng. Maximal 14 Fallschirmjäger plus zwei Absetzer passen in die Kabine.

Hauptmann Tobias Hub, seit 2012 Projektoffizier für die M28 im Ausbildungsstützpunkt, sagte: „ Es war ein langer, aufreibender, ermüdender und steiniger Weg. Doch letztlich gaben die realen und absolut überzeugenden spezifischen Fakten dieses Projektes den wesentlichen Ausschlag dafür, dass nach einer über fünfjährigen Erprobungs-, Zulassungs- und Vertragsgestaltungsphase die Nutzung dieses Luftfahrzeuges für die Bundeswehr erfolgreich umgesetzt werden konnte.“

Volker K. Thomalla

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