Homepage » Militär » Airbus hat den 100. Airbus A400M ausgeliefert

Das A400M-Programm kommt langsam in ruhigeres Fahrwasser: Gestern hat der Hersteller das 100. Exemplar des viermotorigen Militärtransporters an einen Kunden übergeben, und die Zulassung von weiteren Fähigkeiten macht auch Fortschritte. Außerdem wurde auch ein Meilenstein bei der Flugstundenzahl der Flotte erreicht.

25.05.2021

Airbus hat das 100. Exemplar des Militärtransporters A400M ausgeliefert. Empfänger des Jubiläumsflugzeugs ist die spanische Ejercito del Aire. © Airbus

Die spanischen Luftstreitkräfte (Ejercito del Aire) haben am 24. Mai ihren zehnten Militärtransporter vom Typ Airbus A400M beim Hersteller in Sevilla abgeholt und nach Saragossa im Nordosten des Landes überführt, wo die Ala 31 die spanischen A400M betreibt. Bei dem Flugzeug mit dem Kennzeichen 31-30/TK.23-11 (Hersteller-Seriennummer MSN111) handelt es sich um den 100. Airbus A400M in Kundenhand.

Airbus A400M

Das erste Flugzeug dieses Typs wurde im August 2013 an die französische Armée de l’Air ausgeliefert, die Luftwaffe, die heute die größte A400M-Flotte betreibt, erhielt ihr erstes Exemplar im Oktober 2014. Bislang steht der von vier TP400-Turboprop-Triebwerken angetriebene Transporter bei acht Nationen im Dienst: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Malaysia, Spanien und Türkei. Airbus konnte in der vergangenen Woche einen weiteren Meilenstein des A400M-Programms feiern: Die Flotte hat die Marke von 100.000 Flugstunden erreicht.

Airbus und die Kundennationen lassen jetzt nach und nach immer mehr Fähigkeiten des Flugzeugs zu, die das Muster in die Lage versetzen, die von Beginn an geforderten Missionen auch zu erfüllen. Kürzlich führte der A400M in Abstimmung mit der DGA (französische Generaldirektion für Rüstung) erfolgreich eine große Flugtestkampagne zur Zertifizierung der Luftbetankung von Hubschraubern durch und schloss dabei den Großteil der Zertifizierungsziele ab, darunter die erste gleichzeitige Betankung von zwei Hubschraubern.

Weitere Fähigkeiten sind in der Zulassung

Der A400M ist seit Juni 2020 für das Absetzen von bis zu 116 Fallschirmjägern zugelassen. Die Ejercito del Aire und die britische Royal Air Force haben kürzlich Tests durchgeführt, um die Absetzhöhen weiter nach oben zu schrauben und haben Fallschirmjäger im aus Höhen von bis zu 7.600 Meter (25.000 Fuß) und Freifaller aus bis zu 11.582 Meter (38.000 Fuß) abgesetzt.

Nach Angaben von Airbus hat die A400M auch zusätzliche Tests zur Erweiterung des Absetzens von Fracht im Flug absolviert. Dabei haben die spanischen und die französischen Streitkräfte das Combat Offload Combat Offload von bis zu 19 Tonnen auf Paletten – bei einem Anflug – oder 25 Tonnen bei zwei Anflügen auf befestigten oder unbefestigten Landebahnen zertifiziert.

Seit Mai letzten Jahres ist auch das automatische Tiefflugsystem des Airbus A400M zugelassen. Derzeit gilt die Zulassung nur für Flüge unter Sichtflugbedingungen, aber im Laufe dieses Jahres soll die Zulassung auch auf Flüge unter Instrumentenflugbedingungen ausgeweitet werden. Dies ist ein Novum für ein militärisches Transportflugzeug, das Navigationssysteme und Geländedatenbanken nutzt, ohne dass ein geländeverfolgendes Radar erforderlich ist. Dies macht das Flugzeug in feindlichen Gebieten schwerer entdeckbar und weniger anfällig für Bedrohungen bei Einsätzen in feindlicher Umgebung.

 

A400M Kunden und Auslieferungen

Kunde bestellt geliefert
Belgien 7 2
Deutschland 53 36
Frankreich 50 18
Großbritannien 22 20
Luxemburg 1 1
Malaysia 4 4
Spanien 27 10
Türkei 10 9
Summe 174 100 

Stand: 24. Mai 2021

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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