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Boeing baut nun auch in Arizona F-16 zu QF-16-Drohnen um

Ausgemusterte Flugzeuge können noch ganz nützlich sein. Die US Air Force (USAF) nutzt beispielsweise frühe F-16-Fighter als überschallschnelle Zieldarstellungsdrohnen. Der Umbau ist zwar mit Aufwand verbunden, aber er lohnt sich. Boeing und die USAF haben eine zweite Produktionslinie für die QF-16 auf der Davis-Monthan Air Force Base installiert.

14.08.2020

Eine QF-16 beim Start von der Davis-Monthan Air Force Base in Arizona. Der ehemalige Fighter fliegt nun als Ziel in Luftkampfübungen. © U.S. Air Force/Jacob T. Stephens

Seit 2015 modifiziert Boeing auf dem Cecil Field in Jacksonville im US-Bundesstaat Arizona ausgemusterte Fighter des Typs F-16 Fighting Falcon zu Zieldarstellungsdrohnen des Typs QF-16. Sie können autonom, bemannt oder ferngesteuert fliegen und kommen bei Luftkampfübungen und bei Luftabwehrübungen zum Einsatz. Der Umbau ist kein triviales Unterfangen. Er erfordert Eingriffe in die Struktur und die Systeme des ex-Fighters. Bislang hat das US-Verteidigungsministerium 120 Umbauten in Auftrag gegeben, von denen 48 Exemplare bereits an den Auftraggeber ausgeliefert wurden.

Die 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) der US Air Force betreut den riesigen Flugzeugfriedhof auf der Davis-Monthan Air Force Base in Tucson Arizona. Dort sind auch die meisten F-16A und F-16C eingemottet, die für eine Umrüstung in eine QF-16 in Frage kommen.

Public Private Partnership

Boeing und die 309th AMARG sind eine Public Private Partnership-Kooperation eingegangen, um nicht nur in Florida, sondern auch auf der Davis-Monthan AFB alte F-16 zu überschallschnellen Drohnen umzubauen. Das spart Kosten, denn die Fighter müssen nicht erst nach Florida überführt werden, sondern können direkt von ihrem Abstellplatz in der Wüste zum Umbau in den Wartungshangar gezogen werden.

Im Juli hat das USAF/Boeing-Team die erste QF-16 an die Tyndall Air Force Base nach Florida geliefert, von wo aus sie künftig zu ihren Trainingsmissionen starten wird. Colonel Jennifer Barnard, die Kommandeurin der 309th AMARG, sagte: „Die Auslieferung dieser ersten AMARG-modifizierten QF-16-Drohne ist ein Zeugnis der kooperativen, synergetischen Beziehung, auf die wir gehofft hatten, als wir die Partnerschaft mit Boeing eingingen. Obwohl die Installation des Umrüstungssatzes für uns ein relativ neues Unterfangen ist, hoffen wir, Kosteneinsparungen und Leistungssteigerungen zum Nutzen beider Partner nutzen zu können.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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