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Bundestag gibt grünes Licht für nächste FCAS-Phase

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die Mittel für die nächste Phase des Future Combat Air Systems (FCAS) freigegeben, allerdings nicht ohne Bedenken. Ohne die übergeordnete politische Bedeutung des Projekts wäre eine Entscheidung wahrscheinlich erst in der nächsten Legislaturperiode erfolgt.

24.06.2021

Der New Generation Fighter (NGF) bildet das Herzstück des FCAS (Future Combat Air System). Er soll im Verbund mit unbemannten Fluggeräten arbeiten. © Airbus

Zu den Projekten, die der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause auf den Weg gebracht hat, gehört auch das Future Combat Air System (FCAS). Um dieses deutsch-französisch-spanische Projekt hatte es im Vorfeld einige Diskussionen gegeben. Nun hat der Haushaltsausschuss den Weg für die nächste Stufe des Projekts freigemacht und 4,468 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021 bis 2027 genehmigt. Damit kann die Industrie mit der so genannten Phase 1B/2, also der Entwicklung des Systems, beginnen.

Endgültiger Vertrag lag nicht vor

Allerdings waren die Abgeordneten nicht mit der Vorlage zufrieden, denn sie bemängelten, dass beispielsweise das „endverhandelte Vertragswerk mit der Industrie“ noch nicht vorliege. Außerdem seien derzeit weder die Konzeptstudie noch die Phase 1A des Projekts beendet. Der Haushaltsausschuss stimmte der Vorlage aufgrund der übergeordneten politischen Bedeutung des Projekts zu und forderte die Bundesregierung auf, „die Versäumnisse zeitnah“ aufzuholen. Der Abgeordnete Dennis Rohde (SPD) sagte: „Beim Nachfolgeprojekt des Eurofighters, FCAS, haben wir noch zahlreiche Fragen. Deshalb machen wir harte und konkrete Vorgaben, mit denen wir die Verteidigungsministerin verpflichten, die bisher versäumten Punkte nachzuarbeiten. Für den weiteren Fortgang des Projekts haben wir klare Bedingungen formuliert und tragen damit den Kritikpunkten des Bundesrechnungshofes und denen des Beschaffungsamts der Bundeswehr Rechnung.

Trotz berechtigter Kritik stehen wir weiter hinter dem deutsch-französisch-spanischen Vorhaben, das ein zentraler Baustein für die souveräne Verteidigungsfähigkeit der Europäischen Union ist. Um die Forschung und Entwicklung des Projektes zu ermöglichen, geben wir die dafür nötigen Haushaltsmittel nun frei. Für alle weiteren finanziellen Verpflichtungen muss die Ministerin jedoch, anders als von ihr gefordert, erneut die Zustimmung des Haushaltsausschusses einholen.“

Übergeordnete politische Bedeutung

FCAS ist ein komplettes Luftverteidigungssystem, das sich aus einem NGF (New Generation Fighter), RCs (Remote Carriers, unbemannte Flugplattformen) und einer Combat Cloud zusammensetzen soll, die darauf ausgelegt ist, Informationsdominanz zu erreichen. Vollständig in die verschiedenen nationalen Future Combat Air Systems integriert, soll das System in der Lage sein, operative Überlegenheit auch in stark umkämpften Umgebungen zu erreichen.

Der Demonstrator für den Next Generation Fighter soll bereits 2027 fliegen. Ab 2040 soll FCAS sukzessive den Eurofighter bei den Luftstreitkräften der drei beteiligten Nationen ablösen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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