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Das erste SAR-Kommando der Bundeswehr fliegt die H145

Wachablösung beim Such- und Rettungsdienst (SAR) der Bundeswehr: Das SAR-Kommando in Niederstetten hat als erstes auf den neuen SAR-Hubschrauber des Typs H145 LUH SAR umgestellt. Auch auf den beiden anderen Stationen soll bis April 2021 der neue Helikoptertyp die Bell UH-1D abgelöst haben.

8.07.2020

Der neue SAR-Hubschrauber H145 der Bundeswehr im Vordergrund, dahinter die bislang verwendete Bell UH-1D Huey. © Mick Balter

Am Montag wurde auf dem Heeresflugplatz Niederstetten in Baden-Württemberg ein Kapitel der Geschichte der Bundeswehr geschlossen und ein neues geöffnet. Beim Transporthubschrauberregiment 30 hat nämlich der Hubschrauber H145 von Airbus Helicopters offiziell die Bell UH-1D für SAR-Einsätze (Search And Rescue) abgelöst. Damit hat das erste der drei SAR-Kommandos in Deutschland den Umstieg auf das moderne Muster vollzogen. Der neue Helikopter fliegt seine Einsätze nun unter dem Rufnamen „Rescue 63“. Die anderen beiden Kommandos in Nörvenich und in Holzdorf werden im Laufe der nächsten Monate umstellen. Bis April 2021 sollen die H145 die Bell UH-1D in der SAR-Rolle vollständig ersetzt haben.

Schnelle Umsetzung des Auftrags

Im Dezember 2018 hatte der Bundestag die Mittel für die Beschaffung von sieben H145 als SAR-Hubschrauber freigegegeben, ein Jahr später hatte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) die erste H145 für den SAR-Dienst in Donauwörth übernommen – drei Monate vor dem geplanten Liefertermin.

Ralph Herzog, der Erste Direktor BAAINBw; Wolfgang Schoder, der CEO von Airbus Helicopters Deutschland, und Oberst Peter Göhringer, der Kommandeur des Transporthubschrauberegiments 30, bei der Übergabe der ersten H145 LUH SAR in Donauwörth im Dezember 2019. © Airbus Helicopters

Der neue Hubschraubertyp hat für die SAR-Aufgaben eine Spezialausrüstung erhalten. So verfügt er über Infrarot- und Wärmebildsensoren, eine Peilanlage zur Ortung von Notsignalen, eine Rettungswinde, einen Hochleistungssuchscheinwerfer, ein System zur Ortung von Mobiltelefonen sowie eine vollwertige medizinische Ausrüstung. Ein Löschmittelbehälter des Typs Bambi Bucket mit einem Fassungsvermögen von 800 Litern ermöglicht dem Hubschrauber, auch Feuerlöscheinsätze zu fliegen. Die SAR-Hubschrauber des Bundes sind an ihren orange lackierten Türen und Triebwerksverkleidungen sowie an der Schrift SAR leicht zu identifizieren.

Alle Länder, die mit der Unterzeichnung des Chicagoer Abkommens der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO beigetreten sind, haben sich zur Bereitstellung eines öffentlich-rechtlichen Such- und Rettungsdienstes für Flugunfälle verpflichtet. In Deutschland hat die Bundeswehr diese Aufgabe übernommen. Der Kernauftrag des SAR-Dienstes besteht in der Suche und der Rettung von vermissten beziehungsweise abgestürzten zivilen und militärischen Luftfahrzeugen.

Bislang hat Airbus Helicopters fünf der bestellten H145 in SAR-Konfiguration an die Bundeswehr geliefert.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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