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Die Luftwaffe hat ihre Luftbrücke aus Kabul beendet

Das Einsatzkontingent der Bundeswehr, dass die Luftbrücke zur Evakuierung aus Kabul sichergestellt hat, ist nach Deutschland zurückgekehrt. Lediglich ein MedEvac-Flugzeug ist in der Region verblieben und steht zur Unterstützung von Verbündeten in Bereitschaft.

27.08.2021

Mit dem Airbus A400M flogen nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich, Spanien und Belgien Menschen aus Kabul aus. © Bundeswehr

Mit der Landung von zwei Airbus A400M und eines A310 der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Wunstorf hat die Luftwaffe ihre Afghanistan-Luftbrücke beendet. Die drei Flugzeuge landeten heute aus Taschkent in Usbekistan kommend kurz vor 20.00 Uhr. An Bord waren die Soldaten des Einsatzkontingents. Auch die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages sowie Generalinspekteur Eberhard Zorn flogen an Bord der drei Flugzeuge von Taschkent mit den Soldatinnen und Soldaten zurück.

Die Flüge aus der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte die Bundeswehr bereits gestern beendet, nachdem klar war, dass die USA ihre Luftbrücke aus Kabul heraus nicht über den 31. August hinaus fortführen würden.

Sicherheitslage wurde immer kritischer

Ohne die massive Präsenz des US-Militärs hätten die anderen Nationen auch im Zusammenspiel nicht eine sichere Fortführung der Luftbrücke garantieren können. Die Sicherheitslage rund um den Flughafen von Kabul war in den letzten Tagen zunehmend kritischer geworden. Zuletzt hatte es Bombenanschläge gegeben auf die vor den Airport-Toren Wartenden sowie die Truppen, die den Flughafen bewachten. Über 100 Menschen, darunter auch 13 US-Soldaten waren bei den Selbstmordanschlägen ums Leben gekommen.

Die Luftwaffe hatte mit der Luftbrücke von Kabul nach Taschkent in Usbekistan in den vergangenen zehn Tagen über 5.300 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Darunter befanden sich Staatsbürger aus 45 Nationen und mehr als 4.000 Afghanen. Von Taschkent aus wurden sie mit gecharterten Flugzeugen nach Deutschland geflogen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren bis zu 600 deutsche Soldaten an der Evakuierungsaktion beteiligt. Auch die Streitkräfte der Niederlande, Spaniens  und Belgiens haben bereits ihre Evakuierungsflüge aus Kabul eingestellt. Die USA, Frankreich und Großbritannien werden ihre Evakuierungsflüge in Kürze auch einstellen und ihre eigenen Truppen ausfliegen.

Ein Airbus A400M der Luftwaffe ist allerdings noch in der Region. Er ist mit einer MedEvac-Ausrüstung versehen und steht in Taschkent in Bereitschaft, um im Bedarfsfall Verwundete oder Kranke von Verbündeten ausfliegen zu können.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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