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Die P-8A Poseidon für die Deutsche Marine sind jetzt bestellt

Die US Navy wird als Auftraggeberin den Bau der P-8A Poseidon für die Deutsche Marine begleiten, da Deutschland die Flugzeuge nicht selbst bei dem Hersteller bestellt hat, sondern sie durch einen Foreign Military Sales-Regierungsvertrag erwirbt. Die US Navy hat den Bau der Flugzeuge nun bei Boeing in Auftrag gegeben.

1.10.2021

Die Marine wird fünf Boeing P-8A Poseidon erhalten. Der Bundestag hat die Mittel für die Beschaffung am 23. Juni 2021 freigegeben. © Boeing

Nachdem Deutschland am 30. Juni 2021 einen Foreign Military Sales-Vertrag mit der US-Regierung für fünf Seefernaufklärer und U-Bootjagdflugzeuge des Typs Boeing P-8A Poseidon unterzeichnet hat – Aerobuzz.de hatte darüber berichtet – hat nun die U.S. Navy als Auftraggeberin bei Boeing einen Auftrag über fünf P-8A Poseidon für Deutschland erteilt. Im Vertrag ist geregelt, dass die ersten Lieferungen im Jahr 2024 beginnen sollen. Die Boeing P-8A Poseidon soll die Lockheed P-3C Orion-bei der Marine ablösen. Offiziell ist die P-8A aber selbst nur eine Übergangslösung bis zur Einführung des noch zu entwickelnden deutsch-französischen Seefernaufklärers MAWS (Maritime Airborne Warfare System). Derzeitige, ambitionierte Planungen gehen von einer Indienststellung von MAWS im Jahr 2035 aus. Ob diese Planungen sich aber umsetzen lassen, ist nicht mit Sicherheit absehbar. 

Michael Hostetter, der Vice President von Boeing Defense, Space & Security für Deutschland, sagte:  „Wir freuen uns, diesen Verkauf an Deutschland abgeschlossen zu haben und unsere Präsenz im Land zu erweitern, indem wir die P-8A und ihre einzigartigen Multimissionsfähigkeiten der Deutschen Marine zur Verfügung stellen“. Die P-8 wird die Fähigkeit der Deutschen Marine zur Durchführung von maritimen Fernüberwachungsmissionen sicherstellen und eine zentrale Rolle in der Region spielen, indem sie die bestehende Infrastruktur in Europa und die vollständige Interoperabilität mit den modernsten Mitteln der NATO nutzt.“

Deutsche Industrie ist wichtiger Partner

Boeing betont, dass die deutsche Industrie ein wichtiger Partner für das P-8A Poseidon-Programm ist. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird Boeing Support-, Ausbildungs- und Wartungslösungen anbieten, die die höchste Betriebsverfügbarkeit zur Erfüllung der Aufgaben der Deutschen Marine gewährleisten. Am 17. Juni hatte Boeing Vereinbarungen mit der ESG Elektroniksystem-und Logistik-GmbH und der Lufthansa Technik AG über die Zusammenarbeit bei der Systemintegration, Ausbildung und Instandhaltung für die P-8A unterschrieben. Zu den deutschen Unternehmen, die derzeit Teile für die P-8A Poseidon liefern, gehören die Aircraft Philipp Group GmbH, Aljo Aluminium-Bau Jonuscheit GmbH und Nord-Micro GmbH.

Boeing hat bislang über 135 P-8A Poseidon ausgeliefert. Diese haben insgesamt mehr als 350.000 Flugstunden ohne Pannen absolviert. Das leistungsfähige und bewährte Muster wird nach Angaben des Herstellers die Fähigkeiten der Deutschen Marine bei der U-Boot-Bekämpfung, Überwasserbekämpfung, Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung sowie bei Such- und Rettungseinsätzen erheblich verbessern.

Deutschland ist nach den Vereinigten Staaten, Australien, Indien, Großbritannien, Norwegen, Korea und Neuseeland die achte Nation, die die P-8A erworben hat.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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