Homepage » Militär » Die US Air Force übernimmt die F-35A der Türkei

Nachdem die Lieferung des Stealth Fighters F-35A Lightning II an die Türkei von den USA blockiert wurde, stellte sich die Frage, was mit den bereits für das Land gebauten Joint Strike Fightern geschehen sollte. Nach einem Jahr ist nun die Entscheidung gefallen: Die Fighter werden modifiziert und bei der USAF eingeflottet.

24.07.2020

Die U.S. Air Force wird die ursprünglich für die Türkei vorgesehenen F-35A übernehmen. Das Foto zeigt eine Lightning II der 422nd Test and Evaluation Squadron beim Start von der Nellis Air Force Base. © U.S. Air Force/Bryan Guthrie

Die Türkei ist im Juli 2019 als Partner aus dem F-35 Joint Strike Fighter-Programm rausgeflogen, nachdem sie trotz mehrfacher Warnung der Vereinigten Staaten das Flugabwehrsystem S-400 von Russland gekauft hatte. Die Wartung des Flugabwehr-Raketensystems geschieht auch nach Aufstellung des Systems in der Türkei durch russische Techniker. Die USA hatten befürchtet, dass dadurch sensible Informationen wie die Radarsignatur des neuen Stealth Fighters nach Russland gelangen könnten.

Die Türkei hatte geplant, bis zu 100 F-35A Lightning II zu kaufen und war auch industrieller Partner in dem JSF-Programm. Für die Laufzeit des Programms sollte die türkische Industrie Aufträge im Wert von rund 9,0 Milliarden US-Dollar (7,74 Milliarden Euro) erhalten. Unter anderem sollte die türkische Industrie Teile des Flügelmittelstückes des Fighters liefern.

Piloten mussten Training abbrechen

Lockheed Martin hatte die ersten beiden F-35A für die türkischen Luftstreitkräfte im Juni 2018 ausgeliefert, allerdings – wie lange geplant – nicht in die Türkei, sondern zur Luke Air Force Base und zur Eglin Air Force Base, wo türkische Piloten mit ihrer Ausbildung auf dem Muster beginnen sollten. Sie mussten im vergangenen Sommer ihr Training abbrechen und in ihre Heimat zurückkehren. Damit waren diese Flugzeuge aber nie offiziell in die Hände der türkischen Luftstreitkräfte gelangt.

Seitdem stand die Frage im Raum, was mit den bereits gebauten beziehungsweise im Bau befindlichen türkischen F-35 geschehen sollte. Nun hat das US-Verteidigungsministerium im Rahmen eines täglichen Briefings quasi nebenbei eine Vertragsanpassung angekündigt, nach der die US Air Force insgesamt acht der für die Türkei vorgesehenen F-35A übernehmen wird. Das Pentagon hat diese Form gewählt und die Entscheidung nicht an die „große Glocke“ gehängt, um den NATO-Partner Türkei nicht bloßzustellen.

Das Pentagon zahlt für die acht Flugzeuge 862 Millionen US-Dollar (741 Millionen Euro). In diesem Preis enthalten sind die Kosten für das Einmotten der Flugzeuge sowie für die Modifikationen, die notwendig sind, um die türkischen F-35A auf den Baustandard der US Air Force zu bringen. Der derzeitige Preis für eine F-35A des Bauloses 14A liegt bei 77,9 Millionen US-Dollar (67 Millionen Euro).

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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