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MTU drückt bei der Next European Fighter Engine aufs Tempo

In die Diskussionen um die nächste Generation eines europäischen Kampfflugzeugs hat nun auch die MTU Aero Engines ihre Stimme erhoben. Sie weist darauf hin, dass die Zeit dränge, wenn ein neuer Fighter ab 2040 zur Verfügung stehen solle. Sie bietet ihr Know-How an und fordert, Fehler zu vermeiden, die man beim Antriebsprogramm für den A400M gemacht hatte,

28.04.2018
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Bei der nächsten Generation von Kampfflugzeug-Triebwerken nach dem EJ 200 drückt die MTU Aero Engines aufs Tempo. © MTU

Deutschland und Frankreich wollen gemeinsam ein neues Kampfflugzeug entwickeln und haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Die MTU Aero Engines aus München hat sich dazu gemeldet und darauf hingewiesen, dass die Zeit dränge, wenn man ein neues Triebwerk, die Next Generation Fighter Engine, entwickeln und pünktlich fertigstellen wolle.

„Wir brauchen möglichst bald einen realistischen Zeitplan und eine Definition der wichtigsten Anforderungen„, sagte Michael Schreyögg, Vorstand Programm bei MTU Aero Engines. Erfahrungsgemäß dauere die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs bis zur Indienststellung 20 Jahre. Um das Waffensystem bis 2040 zur Verfügung zu stellen, müssten im Jahr 2031 die Prototypen der neuen Antriebe bereitstehen. Deshalb sei es notwendig, die notwendigen Budgets spätestens Ende 2019 zu verabschieden.

MTU strebt deutsch-französische Lösung an

Die MTU Aero Engines spricht sich ganz deutlich für eine bilaterale, deutsch-französische Lösung aus, vor allem wegen der schlechten Erfahrungen bei der Entwicklung des Triebwerks für den Militärtransporter Airbus A440M. Es sei wichtig, so Schreyögg, klare Entscheidungsstrukturen zu schaffen und die Entwicklung von Zelle und Triebwerk voneinander zu trennen. So könne der Triebwerkshersteller den direkten Kontakt zum Kunden herzustellen und eine optimale Umsetzung der Kundenwünsche sicherstellen. Diese Konstellation schließe eine spätere Integration weiterer Partner aber nicht aus, so Schreyögg.

Schreyögg sieht die MTU Aero Engines aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer verfügbaren Technologien gut aufgestellt für eine Beteiligung an der Next European Fighter Engine. Er sagte, dass die MTU bereits vor zwei Jahren mit entsprechenden Vorarbeiten begonnen habe. „Wir bringen zudem unsere Erfahrungen aus der jahrzehntelangen engen Zusammenarbeit mit dem Kunden Bundeswehr ein, und zwar über alle Phasen im Triebwerkslebenszyklus von der Entwicklung bis zur bedarfsgerechten Betreuung im Einsatz.“ 

Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben konsequent auf Zukunftstechnologien  und neue Materialien wie keramische Verbundwerkstoffe (CMC), additive Fertigungsverfahren („3D-Druck“) sowie die virtuelle Auslegung und Fertigung („digitaler Zwilling“).

Jetzt gelte es, die nächsten Entscheidungsschritte im Verteidigungshaushalt einzuleiten sowie klare Verantwortlichkeiten für ein effizientes Projektmanagement zu definieren, so die MTU

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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