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US-Senat blockiert F-35-Lieferungen an die Türkei

Um die Lieferungen von bis zu 100 F-35A Lightning II an die Türkei ist in den USA ein politischer Streit entbrannt. Der US-Senat hat nun beschlossen, dass der NATO-Partner nicht wie geplant, morgen die ersten beiden Exemplare des neuesten Stealth-Fighters erhalten soll. Der türkische Außenminister bestätigte allerdings, dass die Übergabe morgen stattfinden werde.

20.06.2018

Der britische Testpilot Peter Wilson landete am 11. April 2018 die F-35 (CF-02) auf der Naval Air Station Patient River und markierte damit das Ende der über elfjährigen Flugerprobung des Musters. © Lockheed Martin

Um die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA ist es derzeit nicht zum Besten bestellt. Der US-Senat hat am 18. Juni in einer Abstimmung mit einer Mehrheit von 85 zu 10 dafür gestimmt, dass die ab morgen geplanten Lieferungen des neuesten Stealth Fighters F-35A an den NATO-Partner Türkei ausgesetzt werden. Damit gerät der Vertrag über den Verkauf von bis zu 100 F-35 Lightning II im Wert von 10 Milliarden US-Dollar in Gefahr.

Die Senatoren fordern in ihrem Beschluss vom Verteidigungsministerium einen Plan, wie die Türkei von der weiteren Beteiligung am F-35-Programm ausgeschlossen werden kann. Ursprünglich war geplant, dass die Türkei am 21. Juni 2018 offiziell die ersten beiden von 100 bestellten Exemplaren der F-35A im Rahmen einer Zeremonie bei Lockheed Martin in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas erhält. Lockheed Martin plant momentan noch mit der Übergabe, da der Senatsbeschluss allein noch nicht gesetzlich bindend ist. Es war von Anfang an geplant, dass die Flugzeuge noch in den USA verbleiben, da die ersten türkischen Piloten dort ihr Training erhalten sollen.

Bedenken gegenüber dem NATO-Partner

Der US-Senat hat sich zu dem Schritt entschlossen, da es wachsende Bedenken gegenüber dem NATO-Partner gibt. Einerseits missfällt den Senatoren, dass die Türkei das russische S-400-Flugabwehrsystem gekauft hat. Sie befürchten, dass die Türkei durch die Verwendung des S-400-Systems Schwächen der F-35 aufdecken könnte, die   dann über Umwege in falsche Hände gelangen könnten. Das S-400-System wird auch in der Türkei vom russischen Hersteller gewartet und überholt. Andererseits trug die Verhaftung eines amerikanischen Priesters in der Türkei zur wachsenden Skepsis im US-Senat gegenüber der türkischen Regierung bei.

Der türkische Premierminister Binali Yildirim sagte am 19. Juni in einer Rede, dass die Abstimmung im US-Senat ein unglücklicher Schritt sei, da er gegen den Geist einer strategischen Partnerschaft verstoße. Die Türkei hätte aber Alternativen, und die Abstimmung im US-Senat würde das Land nicht verletzbar machen.

Bob Fischer

 

 

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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