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Vorzeitiges Ende der Patrouille Suisse?

In ihrem Jubiläumsjahr muss die Jet-Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, die Patrouille Suisse, ganz konkret um ihre Zukunft bangen. Die von der Bundesversammlung beschlossene Verlangsamung des Anstiegs der Haushaltstitel für die Verteidigung sorgt für eine zunehmende Verunsicherung.

5.02.2024

Die Flugfiguren der Patrouille Suisse zeichnen sich durch höchste Präzision aus. © Schweizerische Eidgenossenschaft/VBS

Die Schweizer Streitkräfte haben ein Finanzierungsproblem. Im Dezember 2023 hatte die Bundesversammlung entschieden, die Mittel für die Schweizer Armee in den Jahren bis 2035 auf ein Prozent des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) zu reduzieren. Damit fehlen den Schweizer Streitkräften in den nächsten Jahren 11,7 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet 12,5 Milliarden Euro.

Deswegen stehen alle Ausgaben auf dem Prüfstand, um einerseits die Verfügbarkeit von liquiden Mitteln zu gewährleisten und andererseits den regulären Betrieb der Armee sicherzustellen, ohne aber die Ausgaben für die anstehenden Modernisierungen verschiedener Waffen- und Funktionssysteme zu gefährden.

Jetzt wurden die für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen „AirSpirit 24“ (ursprünglich für den 30. und 31. August vorgesehen) und das beliebte Fliegerschiessen auf der Axalp abgesagt. Zwar betont das Eidgenössische Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport: „Die Absage der Grossanlässe ,AirSpirit 24’ und ‚DEFENSE 25‘ und weiterer Kommunikationsanlässe hat keinen direkten Zusammenhang mit der Erstreckung des Budgetswachstums oder dem Liquiditätsmanagement“, aber ungelegen kommt dem Ministerium die Absage nicht, macht sie doch Mittel frei.

Die Patrouille Suisse wurde 1964 gegründet

Die Zukunft der Patrouille Suisse ist nun – 60 Jahre nach ihrer Gründung – ungewisser denn je. Auf der Website der Staffel sind auch heute noch keine Termine für das laufende Jahr zu finden. Die F-5 Tiger der Schweizer Luftwaffe stehen vor der Ausmusterung. Bislang sollten sie noch für die Patrouille Suisse und für Trainingszwecke weiterfliegen. Ob dies angesichts der neuen Budgetsituation noch gilt, ist mehr als fraglich. Ein Umstieg der Staffel auf ein anderes Muster wie die Boeing F/A-18 Hornet – die in absehbarer Zukunft durch die F-35A Lightning II abgelöst wird, ist nicht vorgesehen. Ein Umstieg auf die F-35A ist ebenfalls nicht geplant. Der Weiterbetrieb der F-5 Tiger für die Patrouille Suisse wird derzeit mit 25 Millionen Franken veranschlagt, allerdings werden die Kosten steigen, da die F-5 bei immer mehr Luftstreitkräften außer Dienst gestellt wird und die Ersatzteilversorgung sowie die Wartungskosten in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen werden.

Spiegelflug von zwei F-5E Tiger der Patrouille Suisse. © Bob Fischer

In der Schweiz ist die Patrouille Suisse mehr als eine militärische Kunstflugstaffel. Sie ist ein Ausdruck des Nationalstolzes, ein nationales Aushängeschild und ein internationaler Markenbotschafter für das Land. Es gibt sogar einen Patrouille-Suisse-Fanclub, der über 4.000 Mitglieder zählt.

Eine Entscheidung über die Zukunft der beliebten Kunstflugstaffel Patrouille Suisse wird in den nächsten Wochen erwartet. Aber die finanziellen Vorzeichen stehen aus heutiger Sicht schlecht für eine Fortsetzung des Flugbetriebs. Selbst wenn die Patrouille Suisse deaktiviert würde, präsentiert sich die Schweizer Luftwaffe auch mit anderen Vorführungen. So gibt es das PC-7 Team, das F/A-18 Hornet Solo Display und das Super Puma Display Team.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen. Er hat mehr als 40 Jahre für der CAA-NL gearbeitet, sein letzter Job war Inspekteur für Flugausbildung in den Niederlanden.

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