Homepage » Aero-Kultur » Der ex-Regierungs-Airbus A340 „Konrad Adenauer“ kommt nach Gatow

Die Luftwaffe hatte zwei Airbus A340-300 als Regierungsflieger betrieben. Ein großes Rumpfsegment mit Cockpit und Regierungskabine eines der beiden Widebodies ist jetzt dem Schmelzofen entgangen und soll in Zukunft im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in der Dauerausstellung zu sehen sein.

18.10.2026

Das Cockpit und die vordere obere Rumpfhälfte inklusive der Regierungskabine werden künftig in Gatow zu sehen sein. © ITO Logistics

Der Airbus A340-300 mit dem Kennzeichen 16+01 war eines der größten Flugzeuge, welches die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung jemals betrieben hat. Er stieß als Gebrauchtflugzeug im Januar 2011 von der Lufthansa zur Flotte der Flugbereitschaft. Die Lufthansa hatte das 1999 gebaute, vierstrahlige Großraumflugzeug zuvor aber schon fast zwei Jahre lang eingelagert.

Nach der Umrüstung mit einer entsprechenden Kabine und neuen Kommunikationssystemen wurde der Widebody bis Ende 2023 mit dem Taufnamen „Konrad Adenauer“ von der Luftwaffe als Regierungsflugzeug genutzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Minister wie die damaligen Außenminister Guido Westerwelle (Außenminister von 2009 bis 2013), Frank-Walter Steinmeier (Amstzeiten von 2005 bis 2009 und 2013 bis 2017), Sigmar Gabriel (Außerniminster 2017 und 2018), Heiko Maas (Dienstzeit von 2018 bis 2021) sowie Annalena Baerbock (Außenministerin von 2021 bis 2025) nutzten das Flugzeug regelmäßig zu ihren Dienstreisen. Dank der Reichweite von über 8.200 nautischen Meilen (15.200 Kilometer) war das Flaggschiff der Flotte weltweit unterwegs.

Häufige Pannen führten zur Ablösung

Es gehört auch zur Geschichte des Flugzeugs, dass die A340 der Flugbereitschaft mehrfach wegen technischer Ausfälle sehr negativ von sich reden machten, so dass die Minister ihre geplante Reisen nicht antreten oder kurzfristig nicht fortsetzen und dementsprechend auch die Interessen Deutschlands nicht vor Ort vertreten konnten. Als Folge dessen wurden die beiden A340-300 der Luftwaffe ausgemustert und als Ersatz drei Airbus A350 beschafft.

2024 landete der Airbus A340 wieder bei der Lufthansa, allerdings bei der Lufthansa Technik AG und nicht, um wieder in den Liniendienst zu gehen, sondern um als Ersatzteilspender ausgeschlachtet zu werden. Diese Ersatzteilgewinnung geschah bei Tarmac Aerosave auf dem spanischen Flughafen Teruel.

Das Abtrennen der oberen Rumpfhälfte des Airbus A340-300 war Maßarbeit. © Lufthansa Technik

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr am Flugplatz Berllin-Gatow hat sich mit der Lufthansa Technik geeinigt, das 30 Meter lange und rund 6 Meter breite obere Rumpfsegment des ehemaligen Regierungsfliegers als Leihgabe zu übernehmen. In dem rund 25 Tonnen schweren Segment sind sowohl das Cockpit als auch die Regierungskabine noch enthalten, so dass dieses „im Rahmen der zukünftigen Dauerausstellung als greifbares Stück deutscher Außen- und Sicherheitspolitik präsentiert werden und Luftstreitkräfte als politisches Instrument im Epochenvergleich erklären kann“, so das Museum in einer Mitteilung. Das Museum hat eine Kaufoption mit der Lufthansa Technik vereinbart. Sollte die gezogen werden, wäre es der dritte Besitzerwechsel dieses Flugzeugs beziehungsweise eines Segments des Flugzeugs zwischen der Lufthansa und der Bundeswehr!

Das rund 30 Meter lange obere Rumpfsegment des Airbus A340-300 wurde aus Teruel per Lkw- und Schiffstransport nach Gatow gebracht. © ITO Logistics

Das Abtrennen der Rumpfsektion erforderte eine präzise Vorbereitung und Ausführung. Das künftige Ausstellungsstück wurde von zwei Autokränen auf einen Tieflader gehoben, um dann per Schiffstransport über Hamburg und weiter per Lkw nach Gatow gebracht zu werden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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