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Greenpeace-Aktivisten besetzten Vorfeld in Amsterdam-Schiphol

Mit einer gezielten, illegalen Aktion haben gestern Aktivisten von zwei Umwelt-Organisationen das Vorfeld Oost auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol über mehrere Stunden besetzt, um für ein komplettes Verbot der Business Aviation und Kurzstreckenflügen zu werben.

6.11.2022

Greenpeace und Extinction Rebellion Nederland haben am 5. November 2022 das Vorfeld im Osten des Flughafens Amsterdam-Schiphol besetzt. © Marten van Dijl/Greenpeace Nederland

Rund 500 Aktivisten von Greenpeace Nederland und der Extinction Rebellion Nederland sind gestern auf das im Osten des Flughafens Amsterdam-Schiphol gelegene Vorfeld für die Business Aviation gestürmt und haben gegen die Geschäftsluftfahrt protestiert. Sie kamen mit Fahrrädern und zu Fuß, umringten einige der dort abgestellten Business Jets und fuhren mit ihren Fahrrädern auf einem Taxiway, um Flugzeuge am Rollen zu hindern. Parallel dazu demonstrierten andere im Terminal zusammen mit Anwohnern, gegen die Anzahl der Linienflüge in Amsterdam.

Auf Transparenten forderten die Vorfeld-Besetzer, Privatflüge und Kurzstreckenflüge komplett zu verbieten. In einer Mitteilung von Greenpeace Nederland heißt es: „Wir haben an dieser Stelle protestiert, weil hier die Ungerechtigkeit der Luftfahrt schmerzlich offensichtlich wird. Fast die Hälfte der Niederländer fliegt nie. Nur acht Prozent fliegen ungewöhnlich viel. Aber es ist die Zukunft von uns allen, die auf dem Spiel steht. Ist das fair? Nein!

Wir wollen weniger Flüge, mehr Züge und ein Verbot von Privatjets und Kurzflügen, zum Beispiel nach Brüssel oder Paris.“

Massive Sicherheitslücke am Flughafen

Der Flughafen Amsterdam-Schiphol, der in diesem Jahr aufgrund fehlenden Personals bei der Abfertigung für teils chaotische Verhältnisse sorgte – und der seinen Airline-Kunden Beschränkungen bei den Ticketverkäufen während des Winterflugplans auferlegt – muss sich jetzt die Frage gefallen lassen, wie es zu einer solch’ massiven Verletzung der Sicherheit auf dem Gelände kommen konnte. Dem Vernehmen nach hatten sich die Demonstranten durch einen Zaun in der Nähe des Vorfelds Zutritt zum Flughafengelände verschafft.

Die Polizei nahm rund 100 Teilnehmer fest, die sich zum Teil auch an die Fahrwerke der abgestellten Business Jets gekettet hatten. Sie blockierten auch eine C-130 der Royal Canadian Air Force, (RCAF), die auf dem Vorfeld stand. Die gesamte Aktion war erst nach sechseinhalb Stunden beendet.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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