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Gulfstream G700-Testflotte hat über 1.100 Flugstunden erreicht

Seit einem Jahr fliegt das neue Gulfstream-Flaggschiff G700. Fünf Exemplare fliegen und sind in das umfangreiche Erprobungs- und Nachweisprogramm eingebunden. Trotz der Coronakrise und der damit verbundenen Maßnahmen läuft das Programm nach Plan, um das erste Flugzeug 2022 an einen Kunden auszuliefern.

18.02.2021

Insgesamt fünf Gulfstream G700-Testflugzeuge haben innerhalb eines Jahres über 1.100 Flugstunden im Rahmen des Flugerprobungs- und Nachweisprogramms für die Zulassung erflogen. © Gulfstream Aerospace

Ein Jahr nach dem Erstflug der G700 hat der Hersteller Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia eine Bilanz des bisherigen Flugerprobungsprogramms gezogen. Das neue Flaggschiff des Herstellers wird von zwei Pearl 700-Turbofans angetrieben, die Rolls-Royce in Dahlewitz bei Berlin fertigt.

Gulfstream G700

In das Flugerprobungsprogramm und die Nachweisflüge für die Zulassungen durch die verschiedenen Luftfahrtbehörden sind derzeit fünf G700 eingebunden. Das jüngste Exemplar stieß im Oktober 2020 zur Testflotte. Zusätzlich wird noch ein Serienexemplar die Testflotte ergänzen. Diese G700 wird in Kürze ihren Erstflug absolvieren. Sie ist komplett mit einem hochwertigen Kabineninterieur ausgerüstet sein und zu Zuverlässigkeits- und Funktionstests der Innenausstattung herangezogen.

Alle fünf bisher fliegenden G700 haben zusammen über 1.100 Flugstunden gesammelt und wichtige Punkte des Erprobungsprogramms abgearbeitet. Dazu gehört die komplette Eröffnung des Flugbereichs, Flattertests, aerodynamische Stalls, Flüge mit simuliertem Eisansatz sowie erste Kältetests in der Klimakammer des McKinley Climatic Laboratory auf der Eglin Air Force Base in Florida. Jüngst haben die Testcrews die Leistungen der Triebwerke bei Starts vom Telluride Regional Airport im US-Bundesstaat Colorado erprobt, der immerhin auf 9.078 Fuß Elevation liegt.

Tests im Extrembereich

Die Testbesatzungen haben die G700 auch über ihre normalen Betriebsgrenzen hinaus erprobt. So  flogen sie die G700 mit einer Geschwindigkeit von Mach 0.99 – die Maximum Operating Speed ist Mach 0.935 – und erreichten eine Höhe von 54.000 Fuß (16.459 Meter). Die maximale Reiseflughöhe im Normalbetrieb gibt Gulfstream mit 51.000 Fuß (15.545 Meter) an. Als Reichweite des neuen Musters haben die Gulfstream-Ingenieure 7.500 nautische Meilen (13.890 Kilometer) bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85 errechnet. Bei einer Cruise Speed von Mach 0.90 kann die G700 immerhin noch 6.400 nautische Meilen (11.853 Kilometer) nonstop überbrücken.

Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, zeigte sich mit dem Fortgang der Erprobung zufrieden. Er sagte: „Dank des hervorragenden Gulfstream-Teams läuft das Flugtestprogramm der G700 bemerkenswert gut. Das Flugzeug selbst zeigt eine tadellose Leistung, ob bei extremen Geschwindigkeiten und Höhen oder in der Höhenluft von Telluride. Wir haben das vergangene Jahr damit verbracht, dieses ausgereifte, leistungsstarke Flugzeug für unsere Kunden ausgiebig zu testen, und ich freue mich darauf, dies und mehr in den kommenden Monaten fortzusetzen, während wir uns stetig auf die Zertifizierung und die Auslieferung an die Kunden zubewegen.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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