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Honda Aircraft hat den HondaJet 2600 vorgestellt

Honda Aircraft will seinem bisher gefertigten HondaJet Elite S einen größeren Bruder zur Seite stellen. Auf der NBAA-BACE in Las Vegas hat der Hersteller das Konzept für den HondaJet 2600 vorgestellt, den ersten Leichtjet mit transkontinentalen Reichweite. 

13.10.2021

Mit dem Konzept des HondaJet 2600 testet Honda Aircraft die Marktresonanz auf einen Leichtjet mit transkontinentaler Reichweite. © Honda Aircraft

Wenn man als Journalist in der Vergangenheit Michimasa Fujino, den Präsidenten und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Honda Aircraft, nach seinen Plänen für eine Erweiterung der Produktpalette seines Unternehmens gefragt hatte, lächelte er freundlich und beantwortete die Frage ausweichend oder garnicht. Doch am ersten Tag der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE 2021 in Las Vegas, ist die Richtung klar, in die sich das Produktportfolio des Unternehmens aus Greenville im US-Bundesstaat North Carolina entwickeln wird: Honda Aircraft hat das Konzept des HondaJet 2600 enthüllt, eines Leichtjets mit größerer Kabine und größerer Reichweite. 

Honda Aircraft enthüllte das Mock-up des HondaJet 2600, um Rückmeldungen von potenziellen Kunden zu sammeln und die Reaktion des Marktes auf das Konzept zu testen. Die Bezeichnung HondaJet 2600 wurde natürlich nicht zufällig gewählt. Die Zahl 2.600 repräsentiert die angestrebte Reichweite von 2.625 nautischen Meilen (4.862 Kilometer) des neuen Jets. Mit dieser Reichweite könnte der zweistrahlige Jet nonstop von New York nach Los Angeles fliegen und wäre damit der erste Leichtjet, der diese transkontinentale Strecke ohne Zwischenlandung bewältigen könnte. Der derzeitige HondaJet Elite S verfügt über eine NBAA IFR-Reichweite von 1.437 nautischen Meilen (2.661 Kilometer) und kann von der Ost- an die Westküste der USA nur mit einer Zwischenlandung fliegen. 

Größere Kabine, größere Spannweite

Diese Leistung hat natürlich auch Auswirkungen auf die Gestaltung und Ausstattung der Kabine des Flugzeugs. Honda Aircraft strebt derzeit ein Flugzeug an, das bis zu elf Insassen aufnehmen kann. Der Jet soll über eine leise Kabine verfügen, die „für Langstreckenreisen geeignet ist“, teilte Honda Aircraft mit. Die Konzeptzeichnungen zeigen einen Jet, der auf jeder Rumpfseite über sechs Kabinenfenster verfügt, im Vergleich zu drei Fenstern beim HondaJet. Auch wird die Spannweite des Flugzeugs vergrößert.

Honda Aircraft hat auf der NBAA 2021 in Las Vegas das Konzept HondaJet 2600 enthüllt, einen HondaJet mit verlängertem Rumpf und Platz für elf Insassen. © Honda Aircraft

Grundlegende Eigenschaften des HondaJets bilden auch die Basis für den HondaJet 2600: Die beiden Triebwerke werden auf Pylonen über den Tragflächen sitzen, der Rumpf soll aus Kohlefaserverbundwerkstoffen (CFK) bestehen, und die Reisegeschwindigkeit soll dank laminarer Strömung an den Flächen und dem Rumpfbug bis zu 450 Knoten TAS betragen. 

Währen die maximale Reiseflughöhe beim HondaJet Elite S bei 43.000 Fuß liegt, soll der HondaJet 2600 eine maximale Reiseflughöhe von 47.000 Fuß erreichen. Wenn das Flugzeug in dieser Höhe fliegt, soll der Kabinendruck dem Druck in einer Höhe von 6.363 Fuß entsprechen, was dem Wohlbefinden der Insassen bei langen Flügen zuträglich ist. 

Michimasa Fujino sagte bei der Enthüllung des Mock-ups: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir den HondaJet Elite und dann den Elite S eingeführt, um das ursprüngliche HondaJet-Design weiter zu verbessern. Jetzt bestätigen wir die Marktnachfrage, indem wir ein neues Flugzeugkonzept in einem anderen Segment als der ursprüngliche HondaJet vorstellen. Mit dem HondaJet 2600 Concept, das effiziente Transkontinentalflüge ermöglicht, ein neues Niveau an Kabinenkomfort und Kapazität bietet und die CO2-Emissionen drastisch reduziert, führen wir eine neue Generation von Geschäftsflugzeugen ein.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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