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Roll-out der Dassault Aviation Falcon 6X

Dassault Aviation hat heute das Roll-out seines neuesten Business Jets, der Falcon 6X in seinem Werk in Bordeaux-Mérignac gefeiert. Wegen der Coronakrise gab es ein virtuelles Roll-out, das online übertragen wurde. Trotz der Covid-Pandemie hat der Hersteller seinen Programm-Zeitplan eingehalten. Die erste Falcon 6X soll wie geplant im nächsten Frühjahr zum Erstflug starten.

8.12.2020

Roll-out mit Abstand: Aufgrund der Covid-19-Pandemie fand das Roll-out der Falcon 6X am 8. Dezember 2020 ohne Publikum statt. © Dassault Aviation

Als der französische Aerospace-Konzern Dassault Aviation im Februar 2018 seinen neuen Business Jet Falcon 6X launchte, war der Programm-Zeitplan schon ehrgeizig, obwohl der Hersteller auf den Arbeiten des Falcon 5X-Programms aufbauen konnte. Und damals hatte niemand an ein solch einschneidendes globales Ereignis wie die Covid-19-Pandemie gedacht! Die Falcon 5X war aufgrund von Problemen des Silvercrest-Triebwerks von Safran Aircraft Engines mehrere Jahre verspätet und wurde von Dassault im Dezember 2017 eingestellt.

Roll-out der Falcon 6X

Doch Dassault hat Wort gehalten und feiert das Roll-out der Falcon 6X wie vorgesehen im Jahr 2020. Aber anders als ursprünglich geplant, gab es kein Roll-out mit Zuschauern. Stattdessen gab es eine Veranstaltung mit Abstand, die online aus der Endmontagehalle, dem Lindbergh-Hangar, übertragen wurde.

Der französische Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari gratulierte dem Hersteller schon vorab per Video-Botschaft: „Sie haben es geschafft! Trotz der Krise, trotz der harten Zeiten, die wir gerade durchleben. Sie zeigen heute wieder der Welt die exzellente Arbeit von Dassault Aviation!“

Eric Trappier, der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Dassault Aviation, sagte beim Roll-out: „Unsere Schlüsselfaktoren beim Design der neuen Falcon waren Effizienz und Komfort.“ Mit einer Kabinenlänge von 12,30 Meter, einer maximalen Kabinenbreite von 2,58 Metern und einer Kabinenhöhe von 1,98 Metern bietet die 6X rund 15 Prozent mehr Kabinenvolumen als die 5X. Sie ist der Business Jet mit dem größten Rumpfdurchmesser, wenn man einmal die zu Business Jets modifizierten Airliner außer Acht lässt. Ihre Kabine ist für eine maximale Bestuhlung mit 19 Passagiersesseln ausgelegt, typischerweise werden aber eher 12 bis 14 Fluggastsessel installiert. Die Spannweite der 6X beträgt 25,94 Meter, die Länge 25,68 Meter und die Höhe 7,47 Meter.

Zwei PW812D treiben die Falcon 6X an

Als Triebwerke nutzt Dassault nun zwei PW812D PurePower-Turbofans von Pratt & Whitney. Sie verleihen dem zweistrahligen Jet eine Reichweite von 5.500 nautischen Meilen (10.186 Kilometer). Diese Reichweite schafft die 6X bei einer Geschwindigkeit von Mach 0.80. Bei einer Cruise Speed von Mach 0.85 überbrückt das neue Muster immerhin noch 5.100 nautische Meilen (9.445 Kilometer) nonstop. Diese Werte ermöglichen dem Flugzeug, Strecken wie Moskau – New York, Paris – Peking oder Los Angeles – London nonstop zu bedienen. Die maximale Geschwindigkeit der Falcon 6X wird bei Mach 0.90 liegen. Die Triebwerke für die Falcon 6X sind beim Hersteller Pratt & Whitney schon intensiv getestet worden und haben rund 6.000 Cycles und 300 Flugstunden am fliegenden Prüfstand des Unternehmens absolviert. Die Triebwerke für die erste Falcon 6X sind installiert und bereit für den Erstflug, sagte Maria della Posta, die Präsidentin von Pratt & Whitney Canada.

Die Betriebsleermasse der 6X liegt bei 20.830 Kilogramm, als maximale Startmasse gibt der Hersteller 35.135 Kilogramm an, die maximale Landemasse beträgt 30.025 Kilogramm. Trotzdem ist das Flugzeug in der Lage, auf Plätzen mit Steilanflügen oder kurzen Pisten zu landen beziehungsweise zu starten. Dassault strebt auch für die Falcon 6X die Zulassung für den anspruchsvollen London City Airport an.

Die Testpiloten haben die Falcon 6X auch schon geflogen, aber bisher nur im Simulator. Sie bereiten sich derzeit intensiv auf den Erstflug vor, der in nächster Zeit erfolgen soll. Eric Trappier sagte beim Roll-out in Richtung der Testcrew: „Jetzt ist es euer Flugzeug!“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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