Das global aktive Execuitve-Charterunternehmen VistaJet hat bei Bombardier einen Auftrag für neue Super-Midsize-Jets des Typs Challenger 3500 unterschrieben, der bis zu 160 Flugzeuge umfassen kann. VistaJet hat Festbestellungen für 40 Challenger 3500 platziert und Optionen für 120 weitere Exemplare des Musters gezeichnet. Die ersten Auslieferungen aus diesem Auftrag sollen noch in diesem Jahr erfolgen und werden sich dann gestaffelt über die nächsten zehn Jahre hinziehen.
Nach Listenpreis haben die fest beauftragten Challenger 3500 einen Wert von 1,18 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 990 Millionen Euro). Würden tatsächlich alle 120 optionierten Flugzeuge auch übernommen, stiege der Gesamtwert der jetzt unterschriebenen Vereinbarung auf 4,72 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3,96 Milliarden Euro).
Thomas Flohr, der Gründer und Vorsitzende von VistaJet, erklärte seine Strategie: „Diese Vereinbarung betrifft Führung, Vorsorge und Kundenerlebnis. Wir bauen die Flotte, auf die sich unsere Mitglieder im nächsten Jahrzehnt verlassen werden, kontinuierlich aus, indem wir nicht auf kurzfristige Zyklen reagieren, sondern mit Klarheit, Umfang und Disziplin investieren.“
Zur VistaJet-Gruppe gehört neben VistaJet auch XO. 2022 hatte VistaJet auch das Executive-Charterunternehmen Air Hamburg übernommen.
Der Challenger 3500 setzt Maßstäbe
Éric Martel, der Präsident und Hauptgeschäftsführer von Bombardier, sagte: „Bombardier hat mit seinen Jets die Super-Midsize-Katgeorie Super-Midsize-Flugzeuge maßgeblich geprägt, und mit dem Challenger 3500 setzen wir weiterhin Maßstäbe für unsere Kunden, wenn es um ein Komplettpaket aus Leistung, Zuverlässigkeit und Kabinenkomfort geht. Diese bedeutenden Bestellungen belegen, wie gut dieses Flugzeug unseren Kunden dient und die perfekte Balance aus Spitzentechnologie, außergewöhnlichem Komfort und bewährter Wertigkeit bietet. Vista ist seit der Aufnahme seiner Geschäftsaktivitäten ein geschätzter Bombardier-Kunde. Wir sind stolz darauf, dass sich unsere Partnerschaft durch diese bedeutende Bestellung weiter vertiefen wird und freuen uns, dass die Teams und Kunden von Vista von allen Vorteilen der Challenger 3500 profitieren werden.“
Bombardier hatte die neueste Version der Challenger 300/350-Familie 2021 vorgestellt. Im Herbst 2022 ist das erste Exemplar an einen Kunden ausgeliefert worden. Bei der Überarbeitung des Challenger 350 zum Challenger 3500 standen Komfort und Nachhaltigkeit im Vordergrund. So haben die Konstrukteure beispielsweise den Druck in der Kabine weiter erhöht, so dass die Insassen bei einer Reiseflughöhe von 41.000 Fuß (12.497 Meter) nun einen Kabinendruck erleben, der dem Druck in 4.850 Fuß (1.478 Meter) entspricht. Das ist für die Insassen weniger ermüdend. Beim Challenger 350 liegt die Kabinendruckhöhe noch 2.000 Fuß höher.
Beim Challenger 3500 können die Passagiere einige Kabinenfunktionen wie Beleuchtung, Temperatur und das Inflight-Entertainment System erstmalig in einem Business Jet per Sprachsteuerung kontrollieren. In der Kabine finden sie für das Aufladen ihrer persönlichen elektronischen Geräte wie Smartphones oder Tablets Flächen zum induktiven Laden ohne Kabel.
Ein Autothrottle-System gehört nun zur Standardausrüstung und reduziert die Arbeitsbelastung der Cockpitcrew. Eine neu entwickelte Eco App unterstützt die Crew bei der Optimierung der Routenführung in Bezug auf Treibstoffverbrauch.
Das neue Muster kommt bei den potenziellen Kunden gut an. Nur knapp zwei Jahre nach der Erstauslieferung konnte Bombardier schon das 100. Exemplar an einen Kunden übergeben.
Volker K. Thomalla
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