Homepage » Business Aviation » VistaJet platziert Mega-Auftrag für Challenger 3500 bei Bombardier

VistaJet platziert Mega-Auftrag für Challenger 3500 bei Bombardier

Mit dem Gebrauch von Superlativen soll man ja vorsichtig sein. Aber eine Festbestellung über über 40 Super Midsize Jets verdient schon die Bezeichnung „Mega-Auftrag“, besonders, wenn die Vereinbarung noch Optionen für 120 weitere Exemplare beinhaltet.

11.02.2026

VistaJet hat im Februar 2026 einen Großauftrag für Challenger 3500 bei Bombardier platziert. © Bombardier

Das global aktive Execuitve-Charterunternehmen VistaJet hat bei Bombardier einen Auftrag für neue Super-Midsize-Jets des Typs Challenger 3500 unterschrieben, der bis zu 160 Flugzeuge umfassen kann. VistaJet hat Festbestellungen für 40 Challenger 3500 platziert und Optionen für 120 weitere Exemplare des Musters gezeichnet. Die ersten Auslieferungen aus diesem Auftrag sollen noch in diesem Jahr erfolgen und werden sich dann gestaffelt über die nächsten zehn Jahre hinziehen.

Nach Listenpreis haben die fest beauftragten Challenger 3500 einen Wert von 1,18 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 990 Millionen Euro). Würden tatsächlich alle 120 optionierten Flugzeuge auch übernommen, stiege der Gesamtwert der jetzt unterschriebenen Vereinbarung auf 4,72 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3,96 Milliarden Euro).

Thomas Flohr, der Gründer und Vorsitzende von VistaJet, erklärte seine Strategie: „Diese Vereinbarung betrifft Führung, Vorsorge und Kundenerlebnis. Wir bauen die Flotte, auf die sich unsere Mitglieder im nächsten Jahrzehnt verlassen werden, kontinuierlich aus, indem wir nicht auf kurzfristige Zyklen reagieren, sondern mit Klarheit, Umfang und Disziplin investieren.“

Zur VistaJet-Gruppe gehört neben VistaJet auch XO. 2022 hatte VistaJet auch das Executive-Charterunternehmen Air Hamburg übernommen.

Der Challenger 3500 setzt Maßstäbe

Éric Martel, der Präsident und Hauptgeschäftsführer von Bombardier, sagte: „Bombardier hat mit seinen Jets die Super-Midsize-Katgeorie Super-Midsize-Flugzeuge maßgeblich geprägt, und mit dem Challenger 3500 setzen wir weiterhin Maßstäbe für unsere Kunden, wenn es um ein Komplettpaket aus Leistung, Zuverlässigkeit und Kabinenkomfort geht. Diese bedeutenden Bestellungen belegen, wie gut dieses Flugzeug unseren Kunden dient und die perfekte Balance aus Spitzentechnologie, außergewöhnlichem Komfort und bewährter Wertigkeit bietet. Vista ist seit der Aufnahme seiner Geschäftsaktivitäten ein geschätzter Bombardier-Kunde. Wir sind stolz darauf, dass sich unsere Partnerschaft durch diese bedeutende Bestellung weiter vertiefen wird und freuen uns, dass die Teams und Kunden von Vista von allen Vorteilen der Challenger 3500 profitieren werden.“

Bombardier hatte die neueste Version der Challenger 300/350-Familie 2021 vorgestellt. Im Herbst 2022 ist das erste Exemplar an einen Kunden ausgeliefert worden. Bei der Überarbeitung des Challenger 350 zum Challenger 3500 standen Komfort und Nachhaltigkeit im Vordergrund. So haben die Konstrukteure beispielsweise den Druck in der Kabine weiter erhöht, so dass die Insassen bei einer Reiseflughöhe von 41.000 Fuß (12.497 Meter) nun einen Kabinendruck erleben, der dem Druck in 4.850 Fuß (1.478 Meter) entspricht. Das ist für die Insassen weniger ermüdend. Beim Challenger 350 liegt die Kabinendruckhöhe noch 2.000 Fuß höher.

Beim Challenger 3500 können die Passagiere einige Kabinenfunktionen wie Beleuchtung, Temperatur und das Inflight-Entertainment System erstmalig in einem Business Jet per Sprachsteuerung kontrollieren. In der Kabine finden sie für das Aufladen ihrer persönlichen elektronischen Geräte wie Smartphones oder Tablets Flächen zum induktiven Laden ohne Kabel.

Ein Autothrottle-System gehört nun zur Standardausrüstung und reduziert die Arbeitsbelastung der Cockpitcrew. Eine neu entwickelte Eco App unterstützt die Crew bei der Optimierung der Routenführung in Bezug auf Treibstoffverbrauch.

Das neue Muster kommt bei den potenziellen Kunden gut an. Nur knapp zwei Jahre nach der Erstauslieferung konnte Bombardier schon das 100. Exemplar an einen Kunden übergeben.

Volker K. Thomalla

 

Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Folgen Sie uns auf Bluesky

Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

VistaJet hat ihre ersten beiden Global 7500 übernommen

Vista schwimmt weiter auf der Erfolgswelle

Vista Global wird XOJET kaufen

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.