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Die ADAC Luftrettung hat zwei Volocopter VoloCity reserviert

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Multikoptern in der Luftrettung, hat die ADAC Luftrettung nun zwei Volocopter VoloCity reserviert. Mit ihnen will die Organisation die Ergebnisse der Studie in der Realität verifizieren. Ab 2023 sollen zwei VoloCity Notärzte zu ihren Einsatzstellen fliegen.

16.12.2020

Hubschrauber und Volocopter könnten sich bei Rettungseinsätzen ergänzen. © ADAC

Die ADAC Luftrettung treibt die Einführung von Multikoptern im Luftrettungsdienst Schritt für Schritt voran. Nachdem die Luftrettungsorganisation in den vergangenen Jahren die Einsatzfähigkeit von diesen Fluggeräten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie simuliert hat, will sie nun wie angekündigt, diese neue Gattung von Luftfahrzeugen mit einem operativen Test in der Realität erproben. Die Studie beruht auf einer rund eineinhalb Jahre dauernden Forschungsarbeit des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Ludwig-Maximilians-Universität München.

„Christoph Volo“ soll 2023 fliegen

Um den nächsten Schritt zur Einführung der neuen Luftfahrzeuge im Rettungsdienst vorzubereiten, hat Frédéric Bruder, der Geschäftsführer der gemeinnützigen ADAC Luftrettung, beim Hersteller Volocopter zwei vollelektrisch angetriebene Multikopter des Typs VoloCity reserviert. Die senkrecht startenden und landenden Fluggeräte sollen ab 2023 zu Testzwecken beim ADAC eingesetzt werden. Der ADAC will mit dem Multikopter einerseits Notärzte schneller an eine Einsatzstelle bringen als dies mit bodengebundenen Einsatzfahrzeugen möglich ist, andererseits sollen Multikopter die Rettungshubschrauber entlasten, denn heute werden Rettungshubschrauber zu 60 Prozent als reine Notarztzubringer genutzt.

Frédéric Bruder, der Geschäftsführer der gemeinnützigen ADAC Luftrettung, und Florian Reuter, der CEO von Volocopter, nach der Unterzeichnung der Kaufabsichtserklärung für zwei VoloCity. © Volocopter

Bruder sagte anlässlich der Unterzeichnung der Kaufabsichtserklärung: „Basierend auf den ermutigenden Ergebnissen unserer Machbarkeitsstudie bauen wir unseren technologischen Vorsprung in Hinblick auf Multikoptereinsätze in der Luftrettung aus. Volocopter ist der einzige eVTOL-Anbieter, der ausreichend fortgeschritten ist, um ein Testprogramm für unsere Zwecke zuverlässig zu planen. Wir freuen uns, dass wir uns zwei der ersten VoloCitys für die Luftrettung gesichert haben.”

Der VoloCity wird von 18 Elektromotoren angetrieben, die ihre Energie aus neun Lithium-Inonen Batteriepacks beziehen. Das Fluggerät wiegt leer rund 700 Kilogramm und verfügt über eine Zuladung von 200 Kilogramm. Deswegen muss das notärztliche Equipment vor einem Testbetrieb auch noch gewichtsoptimiert werden. Die Reichweite des VoloCity mit heutiger Batterietechnologie gibt der Hersteller mit 35 Kilometern an, was nicht gerade viel ist. Die maximale Geschwindigkeit des „Christoph Volo“ beträgt 110 km/h (59 Knoten).

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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