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SOFIA ist von Köln/Bonn wieder nach Palmdale zurückgekehrt

Das fliegende Weltraumteleskop SOFIA hat seinen vorübergehenden Stützpunkt, den Flughafen Köln/Bonn, wieder in Richtung Kalifornien verlassen. Die Boeing 747SP war in den vergangenen Wochen vom CGN Airport aus zu insgesamt 15 nächtlichen Beobachtungsflügen über Europa gestartet.

18.03.2021

SOFIA departing CGN © Christian Engels Ko

Nach sechs Wochen Aufenthalt am Flughafen Köln/Bonn ist das fliegende Weltraumteleskop SOFIA wieder zu seinem Heimststützpunkt in Palmdale in Kalifornien zurückgekehrt. © Christian Engels

Die Premiere hat rund sechs Wochen gedauert: Erstmalig war das fliegende Weltraumteleskop SOFIA (Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy) für eine Beobachtungskampagne mehrere Wochen an einem europäischen Flughafen stationiert. Am Dienstag war es dann vorbei: Die stark modifizierte Boeing 747SP der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) flog wieder vom Flughafen Köln/Bonn zurück in seine Heimat nach Palmdale im US-Bundesstaat Kalifornien. Am Dienstag um 11:17 Uhr Ortzeit Köln startete die N747NA nach Kalifornien, wo sie nach elf Stunden und 21 Minuten Flugzeit um 14. 38 Uhr Ortszeit Palmdale landete.

Während der Wissenschaftskampagne, die in dieser Form nur aufgrund der weltweiten Covid-19-Pandemie zustande gekommen war, hatte das Flugzeug insgesamt 15 Forschungsflüge von Köln/Bonn aus absolviert.

15 Beobachtungsflüge von Köln/Bonn aus

Die Boeing 747SP ist ein betagtes Flugzeug und war bei der Lufthansa Technik für einen schon länger geplanten, regelmäßig stattfindenden Check. Eigentlich war geplant, dass SOFIA nach Abschluss der Wartung wieder nach Palmdale zurückfliegt, aber die Reisebeschränkungen durch die globale Covid-19-Pandemie durchkreuzten die Planungen der Wissenschaftler. Die europäischen Weltraumforscher durften nicht in die USA reisen. Statt die seit langem geplante Kampagne abzublasen, änderte das SOFIA-Programm-Management daraufhin einfach den Standort der Kampagne und war auf der Suche nach einem geeigneten Standort in Europa am Flughafen Köln/Bonn fündig geworden.

Allerdings mussten die Wissenschaftler dem Alter der 747SP Tribut zollen: Ursprünglich waren 20 Missionen geplant, mehrere Flüge fielen aus, da kurzfristig Wartungsarbeiten durchgeführt werden mussten.

Flugdauer zwischen acht und neun Stunden

Die Wissenschaftsflüge erfolgten jeweils am frühen Abend; die Flugdauer betrug zwischen acht und neun Stunden. Vom Rheinland aus flog SOFIA bis über den Atlantik, über Skandinavien und bis zum Mittelmeer. Im Fokus standen Untersuchungen der Materie im interstellaren Raum, deren Chemie unter anderem auch von kosmischer Strahlung beeinflusst wird, sowie Erkenntnisse über die Prozesse bei der Entstehung massereicher Sterne.

Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur, sagte: „Wir haben am Köln Bonn Airport beste Bedingungen für unsere Wissenschaftskampagne vorgefunden und bedanken uns herzlich für die tolle Zusammenarbeit. Unsere Wissenschaftler konnten fast 100 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit beobachten, und wir sind nun sehr gespannt auf die Auswertungen.“

Johan Vanneste, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH, empfahl seinen Airport für künftige Kampagnen: „SOFIA sorgte nicht nur bei uns, sondern auch bei ihren zahlreichen deutschen Fans für viel Begeisterung – die Resonanz in den sozialen Netzwerken war groß. Die Zusammenarbeit mit der NASA und dem DLR verlief perfekt, und wir sind sehr stolz auf die Leistung unseres gesamten Teams. Gerne stehen wir auch für zukünftige Projekte zur Verfügung.“  

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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