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Airbus Helicopters strebt die Fertigung von 60 H160 pro Jahr an

Das H160-Programm bei Airbus Helicopters gewinnt deutlich an Fahrt, nicht nur durch zivile Kunden. Der dritte Prototyp der H160M soll im nächsten Monat fliegen. Wenn die Serienfertigung dieser Version beginnt, soll auch die Produktionsrate der H160 auf bis zu 60 Exemplare pro Jahr steigen.

19.03.2026

Bristow setzt die H160 für Energieunternehmen in Nigeria ein. © Airbus Helicopters

Airbus Helicopters hat im vergangenen Jahr 30 neue Aufträge für die H160 erhalten. Damit hat das Medium-Twin-Muster im Marktsegment der zivilen und öffentlichen Betreiber einen Anteil von 50 Prozent erreicht, sagte Benoît Klein, der Leiter des H160-Programms bei Airbus Helicopters bei einem Medienbriefing in Marignane. Derzeit stehen 65 Hubschrauber des Musters, welches im Juni 2020 seine EASA-Zulassung erhalten hatte, bei Kunden im Flugbetrieb.

Airbus Helicopters H160

Die Hubschrauber sind unter anderem im Energiesektor im Golf von Mexiko, in Nigeria, ind Südostasien und in Brasilien im Einsatz. In Japan, den Vereinigten Staaten und in Frankreich werden H160 auch als Polizeihubschrauber genutzt. Der französische Zoll habe, so Klein, erst kürzlich die Marke von 1.000 Flugstunden mit seiner H160-Flotte erreicht. Der Leet Leader, also der Hubschrauber des Musters mit den meisten Flugstunden, wird nach Angaben von Klein voraussichtlich 2028 die Marke von 6.000 Flugstunden erreichen.

Airbus Helicopters arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen der H160. So hat die EASA jetzt die TBO (Time Between Overhaul), die erlaubte Ntzungsdauer zwischen zwei Überholungen, des Hauptgetriebes (Main Gearbox) auf 3.000 Flugstunden angehoben. Dadurch reduzieren sich die Betriebskosten des Musters für die Betreiber spürbar.Airbus Helicopters strebt eine TBO von 6.000 Stunden an.

Mit dem so genannten „2026 Performance Boost“ wird der Hersteller die Nutzlast der H160 um 150 Kilogramm erhöhen. Das Update erfordert keine strukturellen Veränderungen, sondern kann per Tablet hochgeladen werden.

In Japan werden die H160 auch von der Feuerwehr von Hiroschima und von Nagoya für Lösch- und Katastrophenhilfe-Einsätze geflogen und unterstreichen die Vielseitigkeit des Musters.

Airbus Helicopters entwickelt im Auftrag der französischen Regierung auch eine militarisierte Version der H160, die H160M Guépard. Frankreich plant, 169 Exemplare des Typs für seine Streitkräfte zu bestellen. AeroBuzz hat darüber berichtet. Im Sommer 2025 ist der erste Prototyp der H160M geflogen und hat bis Mitte Februar 72 Flugstunden gesammelt. „Die aerodynamische Konfiguration des Helikopters ist durch die Tests bestätigt worden“, berichtete Klein. Der zweite Prototyp soll im April dieses Jahres zu seinem Erstflug starten. Der dritte Prototyp entstehe derzeit im Werk in Donauwörth. Bei diesem Exemplar handele es sich um einen Prototyp der Marine-Version. Strukturell unterscheiden sich die H160M Guépard von den zivilen H160 durch das feste anstelle des Einziehfahrwerks. Airbus Helicopters strebt derzeit einen Produktionshochlauf bei der H160 auf 40 Exemplare pro Jahr an.

Neues Fertigungssystem mit der H160 eingeführt

Bei der Konstruktion des Hubschraubers hat Airbus Helicopters auch die Serienproduktion berücksichtigt. Mit der H160 führte Airbus nämlich ein revolutionäres Produktionssystem ein, das alle weiteren Programme des Herstellers beeinflussen wird. Es realisiert erhebliche Produktivitätsgewinne bei der Fertigung des Helikopters. Kein anderer Hubschrauber weltweit wird derzeit mit einem höheren Maß an Automation produziert. Im Gegensatz zu anderen Airbus-Hubschraubern wird die H160 bereits in Baugruppen, so genannten Major Component Assemblies (MCA) gebaut, die weitgehend ausgestattet sind. Auf der Endmontaglinie in Marignane werden die Baugruppen zusammengesetzt – ähnlich wie die Verkehrsflugzeuge von Airbus. Die Endmontagelinie verfügt über nur noch fünf Stationen, von denen die letzte ausschließlich dem Testen und der Endkontrolle dient. Dadurch kann Airbus die Durchlaufzeit einer H160 durch die Endmontage erheblich verkürzen. Im Durchschnitt soll eine H160 in nur 40 Tagen montiert sein. Damit ist der Hersteller in der Lage, seinen Kunden anzubieten, die finale Konfiguration ihrer H160 erst 24 Wochen vor der Auslieferung festzulegen.Wenn die H160M in die Serienfertigung geht, soll die Produktionsrate sogar auf 60 Exemplare pro Jahr steigen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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