Homepage » Helikopter » EASA finanziert Forschung für Notfallschwimmer in Kanada

EASA finanziert Forschung für Notfallschwimmer in Kanada

Die EASA will die Sicherheit von Offshore-Operationen mit Hubschraubern verbessern. Dazu finanziert sie dem kanadischen Spezialisten DART Aerospace ein Forschungsprojekt, mit dem neue und sichere Notfallschwimmkörper für Helikopter entwickelt werden sollen.

19.08.2020

Die EASA hat das Emergency Float System von DART Aerospace an der Bell 505 Jet Ranger X zertifiziert. © DART Aerospace

Der kanadische Hersteller für Spezialausrüstungen für Hubschrauber, DART Aerospace, hat von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) Gelder für die Forschung für neue Notschwimmkörper für Hubschrauber erhalten. Im Rahmen ihres Programms Horizon 2020 hat die EASA dem in Saint-Laurent in Quebec beheimateten Unternehmen 1,475 Millionen Euro zugewiesen.

Die Flugsicherheitsagentur will durch die Arbeiten die Sicherheit des Offshore-Flugbetriebs mit Helikoptern signifikant verbessern, indem technisch und wirtschaftlich vertretbare Lösungen gefunden werden, die ein Kentern von notgewasserten Hubschraubern verhindern. Die Forschungsergebnisse sollen in künftige Vorschriften einfließen.

Die Notfallschwimmer des NH90 NFH der niederländischen Streitkräfte hielten den Hubschrauber nach dem Absturz am 19. Juli 2020 noch eine Zeitlang über Wasser, konnten aber das Kentern nicht verhindern. © Ministerie van Defensie, NL

Lewis Brooks, Strategic Account Manager bei DART Aerospace, sagte: „DART verfügt über eine große Erfahrung in der direkten Zusammenarbeit mit Herstellern und Aufsichtsbehörden bei der Konzeption, Entwicklung und Zulassung von kosteneffizienten Notschwimmern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der EASA bei der Erforschung innovativer Lösungen, die die Sicherheit in der Industrie erhöhen.“

Schwimmer sollen höher angebracht werden

DART Aerospace forscht an neuen Notschwimmer-Konzepten, bei denen die aufblasbaren Schwimmkörper nicht mehr an den Kufen oder am Fahrwerkskasten installiert sind, sondern deutlich höher am Hubschrauber. Das von der EASA mitfinanzierte Projekt ist für eine Dauer von drei Jahren angelegt. Dabei stehen vier Themengebiete im Fokus der Forscher: die Konfiguration und der Ort der Installation des Systems am Hubschrauber, die Art der Auslösung des Systems, die Temperaturverträglichkeit des Systems, sollte es in der Nähe der Triebwerke platziert werden, sowie der Einfluss des Systems auf die Aerodynamik des Helikopters.

Die Auslegung und die Entwicklung des neuen Notschwimmer-Systems wird DART Aerospace in seinem Werk in Vista im US-Bundesstaat Kalifornien durchführen. Die aerodynamischen Tests werden in Zusammenarbeit mit europäischen Institutionen erfolgen, teilte das Unternehmen mit. Alain Madore, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von DART Aerospace, sagte: „DART hat eine große Tradition des Engagements für Sicherheit und Innovation. Dass wir dieses prestigeträchtige Projekt von der EASA erhalten haben, ist ein Zeugnis dieses Engagements und eine Gelegenheit, die Sicherheit und damit auch den Einsatz von Hubschraubern auf hoher See zu erhöhen.“

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Rosaviatsiya hat Notschwimmer für die Ansat zugelassen

Emergency Floats von DART jetzt EASA-zugelassen

EASA empfiehlt Flight Recorder für leichte Hubschrauber

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.