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European Rotors: „Wir haben viele etablierte Hersteller an Bord.“

Im November findet in Köln erstmalig die Messe European Rotors statt. Sie wird eine der wenigen Gelegenheiten in diesem Jahr sein, wo sich die Branche zum Austausch treffen kann. Über den Stand der Vorbereitungen und die damit verbundenen Herausforderungen sprachen wir mit Dr. Frank Liemandt, dem EHA Show Director sowie mit Tobias Bretzel, dem Project Manager der Messe Friedrichshafen.

27.07.2020

Hubschrauber erfüllen wichtige gesellschaftliche Funktionen wie beispielsweise die Lebensrettung. © Leonardo Helicopters

Die erste European Rotors ist für den 10., 11. und 12. November in Köln geplant. Welche Vorkehrungen haben Sie in Bezug auf das Coronavirus getroffen?

Dr. Frank Liemandt: Auf Basis der Vorgaben des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen haben wir gemeinsam mit der Koelnmesse ein Hygiene- und Schutzkonzept entworfen, welches für alle Teilnehmer gilt. Dieses beinhaltet unter anderem eine Maskenpflicht in den Gängen der Hallen, eine vollständige Online-Besucherregistrierung, erhöhte Reinigungsintervalle sowie die optimierte Belüftung der Halle 8 und des Konferenzzentrums. Damit stellen wir sicher, dass die EUROPEAN ROTORS unter den bestmöglichen Sicherheitsaspekten durchgeführt werden kann.

Dr. Frank Liemandt ist der Showmanager der European Rotors. © European Rotors

Als die Messe angekündigt wurde, war die Reaktion der potenziellen Aussteller sehr gut. Schlägt sich diese Begeisterung in den Anmeldezahlen nieder?

Tobias Bretzel: In der Tat legten wir im Januar und Februar einen fulminanten Start hin.  Die Coronakrise hat erwartungsgemäß leider zu Entscheidungsverzögerungen geführt. Aktuell sind wir bei mehr als 80 angemeldeten Ausstellern, und wir registrieren derzeit wieder ein wachsendes Beteiligungsinteresse. Letztlich muss man klar feststellen: Es gab aufgrund der Pandemie in den letzten Monaten keine Live-Formate, die einen persönlichen Austausch zuließen.  EUROPEAN ROTORS wird daher eine der wenigen BtoB Luftfahrtfachmessen im Jahr 2020 sein, die real stattfindet.

EUROPEAN ROTORS: Tobias Bretzel, Project Manager Messe Friedrichshafen. © European Rotors

Kann man einige Aussteller schon nennen?

Tobias Bretzel: Wir freuen uns, viele etablierte Hersteller an Bord zu haben – darunter Airbus, Bell, Leonardo, Robinson, Safran und Volocopter sowie zahlreiche wichtige Zulieferer wie beispielsweise, Boeing Global Services, L3 Wescam oder Reiser Simulation. Eine aktuelle Übersicht der Ausstellerliste gibt es auf unserer Website.

Die wichtigen OEMs sind angemeldet

Ist das Interesse aus der Hubschrauber-Industrie und der VTOL- und Urban Air Mobilty-Industrie gleich groß?

Dr. Frank Liemandt: Der Schwerpunkt wird sicherlich auf dem Hubschrauber-Segment sein. Das Thema VTOL- und UAM findet jedoch bereits zur Erstauflage im Konferenzbereich im Rahmen des EASA Rotorcraft und VTOL Symposiums wie auch bei weiteren EVTOL Panels auf unserer Bühne in Halle 8 statt. Zusätzlich haben wir mit Airbus und Volocopter auch Hersteller aus diesem Bereich auf der Messe vertreten.

Die eVTOL-Branche zeigt ebenfalls großes Interesse an der European Rotors in Köln. © John Deere/Volocopter

Wie sieht das begleitende Konferenzprogramm aus?

Dr. Frank Liemandt: In einem Wort: umfangreich! Erstmals findet das renommierte EASA Rotorcraft und VTOL Symposium während der Messe im Konferenzzentrum Nord statt. Daneben wird es außerdem spezielle Trainingsangebote sowie Workshops und Best Practice Seminare geben. Auf unserer Bühne in der Halle organisieren wir außerdem interessante Panels zu verschiedenen Themen. Dabei widmen wir uns allem, was unsere Branche bewegt, also den Auswirkungen von Covid, Herausforderungen in der Brandbekämpfung, und natürlich schauen wir auf die Bereiche Innovation und Forschung. Eine integrierte Police Aviation Conference ergänzt das vielfältige Programm.

Gibt es bestimmte Schwerpunktthemen auf der EUROPEAN ROTORS?

Dr. Frank Liemandt: Der zentrale Fokus liegt darauf, dass wir wirklich erstmals die Industrie, die Zulieferer, die Betreiber und die Regulatoren zusammenbringen: Wir wollen uns zusammen austauschen und voneinander lernen. Daneben werden wir nach außen die Relevanz des Hubschraubers als ‚Biene der Luftfahrt‘ kommunizieren, der täglich im Einsatz für die Gesellschaft ist, sei es in der Luftrettung, dem Katastrophenschutz, als fliegender Kran oder auch im individuellen Personentransport.

Die Covid-19-Pandemie hat erneut die Bedeutung der Helikopter für Krisensituationen gezeigt. Haben sich die Schwerpunkte der Messe durch Corona geändert?
Dr. Frank Liemandt: Wir werden natürlich in unserem Konferenzprogramm die Auswirkungen von Covid-19 beleuchten, einerseits, wie wertvoll Hubschrauber hier waren, aber auch wie unsere Firmen davon betroffen wurden bzw. sind und wie wir diese Herausforderung gemeinsam meistern können.

Dürfen Aussteller ihre Hubschrauber vor dem Messegelände landen?
Dr. Frank Liemandt: Ja, Aussteller haben die Möglichkeit, mit den Hubschrauber auf dem Gelände zu landen. Allerdings nur unter vorheriger Genehmigung durch uns bzw. die zuständige Landesluftfahrtbehörde.

Welche Besuchergruppen spricht die EUROPEAN ROTORS an?

Dr. Frank Liemandt: Wie schon erwähnt, bringen wir die gesamte Branche mit allen ihren Facetten zusammen. Und, das ist uns besonders wichtig, nicht nur die Geschäftsführer oder leitenden Angestellten, sondern wir bieten gerade durch die Trainings- und Workshops wirklich für alle etwas: Piloten, Mechaniker, CAMO und natürlich ist uns auch das Thema Nachwuchsfachkräfte ganz wichtig.

Erfahrungen von der AERO genutzt

Gibt es Erfahrungen von der AERO, die das Messeteam aus Friedrichshafen bei der Organisation der EUROPEAN ROTORS übernehmen konnte?

Tobias Bretzel: Definitiv! Die Netzwerke, welche wir über die Jahre bei der AERO im Bereich Helikopter und eFlight aufgebaut haben, nutzen wir ebenfalls für die EUROPEAN ROTORS. Auch in weiteren innovativen Bereichen, wie den Themen Avionics, Zulieferer und Drohnen kommt unser Knowhow zum Tragen.

Was ist ein ROTORTHON, der für die Messe geplant ist?

Dr. Frank Liemandt: Der Rotorthon ist eine Idee der europäischen Studentenvereinigung EUROAVIA, mit denen wir gerade im Bereich Nachwuchs eng kooperieren und der während der drei Messetage stattfindet. Es werden zwei Themen seitens unserer Partner Airbus und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vorgegeben. Sechs ausgewählte Teams aus Studenten von Partner-Universitäten der Euroavia setzen sich dann daran und erarbeiten entsprechende Vorschläge und Lösungen. Am letzten Messetag werden die Ergebnisse einer Jury präsentiert und für jedes Thema ein Gewinner gekürt.

Die Fragen stellte Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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