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H160 von Airbus Helicopters ist nun EASA-zugelassen

Die EASA hat den neuesten Hubschrauber von Airbus Helicopters zertifiziert. Doch der Hersteller führt mit der H160 nicht nur ein neues Muster ein, sondern auch eine Revolution in der Art und Weise, wie Hubschrauber gefertigt werden. Der H160-Launching Customer soll in diesem Jahr sein erstes Exemplar übernehmen.

1.07.2020

Im Laufe der Flugerprobung haben die H160 der Testflotte 1.500 Flugstunden in der Luft verbracht. © Airbus Helicopters

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat dem neusten Airbus-Hubschrauber H160 die Zulassung erteilt. Ursprünglich hatte Airbus Helicopters die Zulassung und Indienststellung des Musters für 2019 angestrebt. Bei dem Hubschrauber, der von zwei Arrano 1A-Triebwerken von Safran Helicopter Engines angetrieben wird, handelt es sich um einen Mehrzweckhubschrauber in der Sechs-Tonnen-Klasse. Der erste Prototyp des komplett neu entwickelten Hubschraubermusters war am 12. Juni 2015 in Marignane in Südfrankreich zu seinem Erstflug gestartet.

Für die Flugerprobung hat der Hersteller neben drei Prototypen auch das erste Serienexemplar eingesetzt. Zusammen waren die vier H160 rund 1.500 Stunden im Rahmen der Erprobung in der Luft.

Airbus Helicopters H160

Bruno Even, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus Helicopters, sagte zur erreichten EASA-Zertifizierung: „Wir sind stolz darauf, dass die H160 ihre EASA-Musterzulassung erhalten hat. Dieser Erfolg ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit bei der Entwicklung, Industrialisierung und Definition des Support-Ökosystems mit unseren Zulieferern und Partnern, und ich möchte allen danken, die ihre Zeit und Energie darauf verwendet haben, diesen Hubschrauber der nächsten Generation Wirklichkeit werden zu lassen. Ich freue mich nun darauf, die H160 in Dienst zu stellen und ihre innovativen Merkmale anzubieten, die den Kunden weltweit eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit sowie zusätzlichen Komfort und Sicherheit bringen.“

Revolution in der Produktion

Für Airbus ist die H160 weit mehr als nur ein neues Hubschraubermuster. Mit der H160 führt Airbus ein revolutionäres Produktionssystem ein, das erhebliche Produktivitätsgewinne bei der Fertigung des Helikopters verspricht. Kein anderer Helikopter wird mit einem höheren Maß an Automation produziert. Im Gegensatz zu anderen Airbus-Hubschraubern wird die H160 bereits in Baugruppen, so genannten Major Component Assemblies (MCA) gebaut, die weitgehend ausgestattet sind. Auf der Endmontaglinie in Marignane werden die Baugruppen zusammengesetzt – ähnlich wie die Verkehrsflugzeuge von Airbus. Die Endmontagelinie verfügt über nur noch fünf Stationen, von denen die letzte ausschließlich dem Testen und der Endkontrolle dient. Dadurch kann Airbus die Durchlaufzeit eines Helikopters durch die Endmontage erheblich verkürzen. Im Durchschnitt soll eine H160 in nur 40 Tagen montiert sein. Vor der Coronakrise war geplant, dass Airbus Helicopters die Fertigungsfrequenz des Musters auf 30 Exemplare pro Jahr hochfährt. Damit ist der Hersteller in der Lage, seinen Kunden anzubieten, dass die finale Konfiguration ihrer H160 erst 24 Wochen vor der Auslieferung festgelegt werden muss.

68 Technologien haben Airbus-Ingenieure im Rahmen der H160-Entwicklung zum Patent angemeldet. Der Hubschrauber besteht komplett aus Faserverbundwerkstoffen und soll durch einfache und sichere Handhabung und herausragenden Komfort seine Nutzer beeindrucken. Eine Envelope Protection wie in Airbus-Verkehrsflugzeugen seit Jahrzehnten üblich, soll dafür sorgen, dass der Helikopter immer im sicheren Flugbereich betrieben wird. Für niedrige Vibrationen und geringe Geräuschemissionen sorgen die Blue Edge-Rotorblätter des Fünfblatt-Hauptrotors.

Airbus rechnet mit der Zulassung des Musters durch die US-Luftfahrtbehörde FAA später in diesem Jahr.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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