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Comeback der Trägheitsnavigation: SkyNaute wird im Airbus A220 fliegen

Störungen von Satelliten-Navigationssystemen wie GPS sind heute an der Tagesordnung, nicht nur in den Krisenregionen. Sie werden vor allem von staatlichen Akteuren gesteuert und sind eine Gefahr für die Luftfahrt und die Schifffahrt, die auf präzise Navigationsdaten angewiesen sind. SkyNaute ermöglicht Nutzern eine resiliente Navigation.

23.10.2026

Das Trägheitsnavigationssystem Skynaute von Safran wird künftig an Bord von Airbus A220 installiert. © Safran Electronics & Defense

Deshalb feiert die Trägheitsnavigation (Inertial Navigation) ein Comeback. Ein Trägheitnavigationssystem (INS) stellt die Lage im Raum anhand von Beschleunigungen in mehreren Achsen fest und kann so hochpräzise Positionsdaten liefern. INS waren früher mit mechanischen Kreiseln ausgerüstet, die sich in großen und schweren Kästen befanden. Im Laufe der Zeit hat sich die Technologie weiterentwickelt, und lichtgestützte Kreiselsysteme sind klein und können auch in kleineren Fluggeräten wie beispielsweise Hubschraubern eingesetzt werden.

Das französische Technologieunternehmen Safran Electronics & Defense, ein Tochternehmen des Safran-Konzerns, hat mit dem System SkyNaute ein hybrides und ultrakompaktes Trägheitsnavigationssystem entwickelt, welches einerseits Trägheitsnavigation nutzt, diese aber mit Satellitennavigationsdaten abgleicht. Dadurch ist auch bei Ausfall der Satellitennavigation eine präzise Standortbestimmung möglich.

Kompakt, leicht und präzise

Safran Electronics & Defense nutzt in SkyNaute ein patentiertes, so genanntes „Hemispherical Resonator Gyroscope“ (HRG), einen Kreisel ohne bewegliche Teile – die deswegen auch nicht mechanisch verschlissen werden können. Das gesamte System wiegt nur drei Kilogramm und ist schon nach MIL-Standards zugelassen.

SkyNaute wurde bislang für die Verwendung in Hubschraubern, Militärflugzeugen und Drohnen von europäischen Streitkräften ausgewählt. Nun hat der Hersteller mitgeteilt, dass er die zivile Zulassung des Systems anstrebt, da SkyNaute für den Einbau in den Airbus A220 vorgesehen ist. Der Hersteller sieht aber auch Anwendungsmöglichkeiten für SkyNaute in Geschäftsreiseflugzeugen und zivilen Helikoptern.

airBaltic hat ihr Ziel aufgegeben, eine Flotte von 100 A220-300 aufzubauen. © V. K. Thomalla

Die airBaltic ist einer der größten Nutzer des Airbus A220 und aufgrund der Nähe zu Russland und Belarus fast täglich von Störungen des GPS-Systems betroffen. Es ist naheliegend, dass die Fluggesellschaft einer der zivilen Erstkunden des Systems wird, allerdings nennt Safran Electronics & Defense in seiner Mitteilung keinen Kunden.

Benjamin Declety, Leiter des Geschäftsbereichs Globale Avionik bei Safran Electronics & Defense, sagte: „Dass SkyNaute nun an Bord des Airbus A220 zum Einsatz kommt, erfüllt unsere Teams mit großem Stolz: Zum ersten Mal wird unser Trägheitsnavigationssystem in einem Verkehrsflugzeug fliegen. Dies ist ein starkes Signal für die französische industrielle Kompetenz. Wir danken Airbus herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen!“

Volker K. Thomalla

 

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