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Airbus gründet Zero-Emission Development Center in Bremen

Wasserstoff (H2) wird von Airbus als eine der Technologien angesehen, die künftig emissionsarmes beziehungsweise emissionsfreies Fliegen ermöglichen werden. In Bremen und in Nantes entwickelt Airbus nun Schlüsseltechnologien, um Fliegen mit Wasserstoff zu ermöglichen.

15.06.2021

Airbus wird in Bremen und in Nantes Zero-Emission Development Zentren gründen, um die Entwicklung von Technologien für emissionsfreies Fliegen voranzutreiben. © Airbus

Der Aerospace-Konzern Airbus verfolgt das Ziel, die zivile Luftfahrt emissionsfrei zu machen. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist Wasserstoff als ein möglicher Treibstoff für künftige Flugzeuge. Der Hersteller hat nun bekanntgegeben, dass er seine Anstrengungen für metallische Wasserstofftanks konzerntrieren wird und Zero-Emission Development Centers (ZEDC) in Bremen und im französischen Nantes gründet. Ziel der ZEDC ist es, eine kosteneffiziente Herstellung von kryogenen Tanks zu erreichen, um eine erfolgreiche Markteinführung des ZEROe-Konzepts zu ermöglichen und die Entwicklung von Wasserstoff-Antriebstechnologien zu beschleunigen. Das Design und die Integration von Tankstrukturen sei entscheidend für die Leistung eines zukünftigen Wasserstoffflugzeugs.

ZEDC sollen 2023 betriebsbereit sein

Die Technologieentwicklungen werden nach Angaben von Airbus die gesamten Produkt- und Industriefähigkeiten von Einzelteilen, der Montage, der Systemintegration und den kryogenen Tests des Flüssigwasserstoff-(LH2) Tanksystems abdecken. Beide ZEDCs würden bis 2023 voll betriebsbereit sein, um LH2-Tanks zu bauen, wobei ein erster Flugtest für 2025 geplant sei.

Das ZEROe-Wasserstofflugzeug-Konzept von Airbus ist für Reichweiten von über 2.000 nautische Meilen ausgelegt. © Airbus

Airbus hat sich für den Standort Bremen aufgrund seiner vielfältigen Aufstellung und seiner jahrzehntelangen LH2-Erfahrung innerhalb von Airbus Defence and Space und der ArianeGroup entschieden. Das ZEDC in Bremen werde sich zunächst auf die Systeminstallation sowie auf die kryogenen Tests der Tanks konzentrieren. Darüber hinaus werde das ZEDC von dem breiten Forschungsumfeld am Standort Bremen zum Thema Wasserstoff wie dem Forschungs- und Technologiezentrum (ECOMAT) und von weiteren Synergien aus der Luft- und Raumfahrt profitieren.

Nantes erhielt den Zuschlag für den Aufbau eines ZEDC, um vom dortigen umfangreichen Wissen über metallische Strukturtechnologien im Zusammenhang mit dem Flügelmittelkasten zu profitieren. Das ZEDC in Nantes werde seine Fähigkeit einbringen, gleichermaßen ein breites Spektrum an Metall- und Verbundwerkstofftechnologien und die Integration zu koordinieren, sowie seine Erfahrung in Codesign-Aktivitäten an Triebwerksgondeleinlässen, Radomen und komplexen Arbeitspaketen am Mittelrumpf. Das ZEDC werde außerdem von den Fähigkeiten und Fertigkeiten des „Technocenters Nantes” profitieren, teilte Airbus mit.

Verbesserung der Infrastruktur

Im Einklang mit den Ambitionen in Norddeutschland und der Region Pays de Loire will Airbus die branchenübergreifende Zusammenarbeit fördern, um den allgemeinen Übergang zu Wasserstoff-Antriebstechnologien sowie die damit verbundene Infrastruktur am Boden in der Region zu unterstützen.

Der Tank ist eine sicherheitskritische Komponente, für die eine spezielle Systemtechnik erforderlich ist. LH2 stellt eine größere Herausforderung als Kerosin dar, da es bei -250 Grad Celsius gelagert werden muss, um sich zu verflüssigen. Dieser Aggregatzustand wird benötigt, um eine entsprechend höhere Dichte zu erreichen und den Wasserstoff mit einem akzeptablen Volumenbedarf transportieren zu können. Für die kommerzielle Luftfahrt besteht die Herausforderung darin, Komponenten zu entwickeln, welche den wiederholten Temperatur- und Druckzyklen standhalten, der Betrieb in der zivilen Luftfahrt erfordert.

 

 

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