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Erstflug des Konzeptmodells des Flying-V der TU Delft

Forscher der Technischen Universität Delft haben im Juli ein Modell ihres neuen Flugzeugkonzepts Flying-V auf einem Flugplatz in Deutschland in die Luft gebracht. Der Flug endete anders als es sich die Forscher erhofft hatten, obwohl die Flugeigenschaften so eingetreten sind wie berechnet.

2.09.2020

Dass das Flugverhalten des Flying-V beim Rotieren nicht einfach sein würde, hatten die aerodynamischen Modelle vorab ahnen lassen. © Joep van Oppen/TU Delft

Als vor etwas mehr als einem Jahr die KLM Royal Dutch Airlines und Studenten der TU Delft ein Konzept einer neuen Flugzeugkonfiguration vorstellten, glaubten nicht wenige Industriebeobachter mehr an einen Marketinggag zum 100. Geburtstag der Airline als an ein ernsthaftes Forschungsprojekt.

Flying-V Flugtest

Angelehnt an die Form der neuen Flugzeugkonfiguration für Langstreckenflugzeuge nannten die Studierenden ihr Projekt Flying-V. Laut ihren Berechnungen soll ein als fliegendes V konfiguriertes Flugzeug rund 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als ein Airbus A350 XWB, den sich die Studierenden als Vergleichsmaßstab ausgewählt hatten. Lange hatte man seitdem nichts mehr von dem Projekt gehört, das eigentlich schon im Oktober 2019 mit einem Modell hatte fliegen wollen.

Doch vergangenen Monat hat das Forschungsprojekt nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Nach einer ersten Runde von Windkanaltests in den Niederlanden flog ein ferngesteuertes Modell des Flugzeugs auf dem Fliegerhorst in Faßberg in Deutschland zum ersten Mal.

Über drei Meter Spannweite

Mit einer Startmasse von 22,5 Kilogramm, einer Länge von 2,76 Metern und einer Spannweite von 3,06 Metern handelt es sich um kein kleines Modell. Nando van Arnhem, ein Doktorand der TU Delft, steuerte das Großmodell bei seinem erfolgreichen Erstflug, beobachtet von einem Team von Airbus, das die Versuche begleitet. Die von dem Modell erflogenen Daten wurden in Echtzeit per Telemetrie übertragen.

Der Flugversuch bestätigte die errechneten Flugeigenschaften des Flying-V. Dazu gehört auch ein etwas instabiles Flugverhalten um die Querachse, was zu einem unruhigen Flug und einer härteren Landung des Modells führte, bei der das Bugfahrwerk des Modells beschädigt wurde.

Nun will das Team um Dr. Roelof Vos ein aerodynamisches Modell des Flugmodells programmieren, um zu berechnen, wie das Modell zu modifizieren ist, um den Flug stabiler zu machen. Vos sagte: „Eine unserer Befürchtungen war, dass das Flugzeug Schwierigkeiten beim Abheben haben könnte, da frühere Berechnungen gezeigt hatten, dass die Rotation ein Problem sein könnte. Das Team optimierte das maßstabsgetreue Flugmodell, um dieses Problem zu vermeiden, aber der Beweis wird erst in der Praxis erbracht. Man muss fliegen, um es sicher zu wissen.“

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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