Homepage » Industrie » Neue DLR-Institute unterstützen Strukturwandel

Das DLR etabliert drei neue Institute sowie weitere Einrichtungen in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen in Deutschland. Sie werden an den Themen nachhaltiges Fliegen, alternative Treibstoffe und unbemannte Luftfahrtsysteme forschen. Die Finanzierung erfolgt zum Teil über das Strukturstärkegesetz Kohleregionen, das gerade beschlossen wurde.

6.07.2020

Das DLR hat vier neue Forschungseinrichtungen in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen angesiedelt. Sie suchen Lösungen für die Luftfahrt von Morgen. © DLR

Am 3. Juli haben der Deutsche Bundestag und der Deutsche Bundesrat das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen verabschiedet, in dem geregelt ist, wie den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen geholfen werden soll, den Strukturwandel zu bewältigen. Die Regionen erhalten bis 2038 Finanzhilfen in Höhe von 14 Milliarden Euro, um Arbeitsplätze zu schaffen. Weitere Mittel in Höhe von bis zu 26 Milliarden Euro sollen durch Forschungs- und Förderprogramme und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur fließen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) investiert in den Regionen und siedelt dort insgesamt vier neue Einrichtungen an, die sich mit zukunftsfähigen Themen auseinandersetzen und den vom Ausstieg betroffenen Braunkohleregionen eine Zukunftsperspektive bieten.

Neue Antriebe für Verkehrsflugzeuge

In Cottbus baut die Forschungsorganisation derzeit das Institut für emissionsarme Luftfahrtantriebe auf. Das Institut „widmet sich künftig der Forschung an Antriebstechnologien zur weiteren Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Verkehrsflugzeugen. Damit will das DLR seinen Beitrag auf dem Weg zu einem klimafreundlicheren und leiseren Luftverkehr der Zukunft erhöhen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich vor allem auf die Forschungsfragen konzentrieren, die in der DLR-Forschungslandschaft bislang noch nicht im Fokus standen. So sollen Lücken im Portfolio der deutschen Triebwerksforschung geschlossen werden“, teilte das DLR jetzt mit.

Die Senfsaaten der nicht essbaren Carinata-Pflanze stellen den Grundstoff für eine Sorte Bio-Treibstoff dar. © Qantas

In Jülich hat das DLR das neue Institut Future Fuels etabliert. Dessen Forschungsschwerpunkt liegt auf der „Entwicklung technologischer Lösungen, mit denen sich solare Brennstoffe künftig im Sonnengürtel der Erde produzieren lassen. Es werden Technologien benötigt, die effizient und vor allem hochskalierbar sind. Denn für eine auf erneuerbaren Energien basierende Weltwirtschaft sind enorme Mengen an CO2-armen Kraftstoffen notwendig. Welche Verfahren erlauben es, die Ausgangsstoffe kostengünstig und im großen Maßstab zur Verfügung zu stellen? Welche flüssigen Brennstoffe können am besten aus solar erzeugtem Wasserstoff oder Kohlenstoffmonoxid hergestellt werden? Und wie lassen sich die Herstellungsverfahren optimieren? Hier besteht erheblicher Forschungsbedarf“, so das DLR.

Wirkungsgrad verdoppeln

Ziel sei es, die heute realisierbaren Wirkungsgrade mindestens zu verdoppeln. Dies setze neben der Arbeit an neuen Technologien auch eine intelligente, digitale Vernetzung von Ressourcen, Produktion und Verbrauchern voraus. Über „digitale Zwillinge“ würden die Anlagen effizient überwacht. Außerdem solle das DLR-Institut für Future Fuels die Industrie bei der Umsetzung der Technologien unterstützen und auch sozioökonomische Aspekte sowie Logistikkonzepte bewerten.

Zwei weitere Forschungseinrichtungen des DLR werden in Aachen, in Merzbrück und in Cochstedt entstehen. In Aachen und in Merzbrück siedelt das DLR die Forschungseinrichtung „Technologien für Kleinflugzeuge“ an, die sich komplett den Themen General Aviation und Urban Air Mobility widmen. Als transdiziplinäre Einrichtung sollen dort Forschungen zu den Themenbereichen Entwurf, Fertigung, nachhaltige Antriebe und Automatisierung zusammengeführt werden. Der Flugplatz Aachen-Merzbrück wird für diese Forschungseinrichtung eine wichtige Rolle einnehmen und wird mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen derzeit umgebaut. Seine Start- und Landebahn wird verlegt und verlängert. Mittelfristig ist dort auch die Ansiedlung weiterer luftfahrtaffiner Forschung sowie luftfahrtaffinen Gewerbes geplant.

Merzbrück wird Forschungsflugplatz

Das neue Kompetenzzentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme werde unter anderem in Cochstedt zum Thema Unmanned Aerial Systems (UAS) forschen. Dazu gehört zum Beispiel auch die sichere Integration von Drohnen im Luftraum.

Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund sagte: „Wir sind stolz, dass wir mit unseren Konzepten und Kompetenzen überzeugen konnten und mit den zukunftsweisenden Themen unserer neuen Institute und Forschungsprogramme in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel – unter anderem in den Braunkohlerevieren – leisten können. Mit exzellenter Forschung in diesen neuen Instituten und Einrichtungen tragen wir zum Fortschritt auf den Gebieten des elektrischen und unbemannten Fliegens, der alternativen solaren Brennstoffe und der Dekarbonisierung der Mobilität bei. Damit liefern wir auch einen essenziellen Beitrag zur Energiewende.“

 

 

 

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