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SOFIA ist in Hamburg wieder zum C-Check gelandet

Das fliegende Weltraumteleskop SOFIA ist gestern in Hamburg angekommen. Die umgebaute Boeing 747SP muss zu einer geplanten Inspektion, dem alle drei Jahre angesetzten C-Check. Während sich die Lufthansa Technik um das betagte Flugzeug kümmert, wartet das Deutsche SOFIA Institut (DSI) das wissenschaftliche Instrument GREAT.

1.10.2020

Mit dem letzten Tageslicht rollte die modifizierte Boeing 747SP am Abend des 30. September 2020 in Hamburg zu ihrer Parkposition. © Jan Brandes/LH Technik/DSI/DLR

Das fliegende Weltraumteleskop SOFIA, eine stark modifizierte Boeing 747SP, ist gestern Abend nach zweieinhalbjähriger Abwesenheit wieder auf dem Flughafen Hamburg gelandet. Das vierstrahlige Forschungsflugzeug kommt regelmäßig nach Hamburg zur Lufthansa Technik, um dort ihre vorgeschriebenen Inspektionen vornehmen zu lassen. Gestern kam es nach einem über zehn Stunden dauernden Flug direkt aus Palmdale in Kalifornien.

SOFIA in Deutschland

SOFIA – die Abkürzung steht für Stratosphären Observatorium für Infrarot-Astronomie – war zuletzt im Spätsommer vergangenen Jahres im Rahmen einer Beobachtungsmission in Deutschland und stand auf dem Flughafen Stuttgart auch Besuchern offen. Dies wird dieses Mal nicht der Fall sein, denn das Flugzeug mit dem Kennzeichen N747NA wird in der Werft von Gerüsten umgeben sein.

„Beim diesjährigen C-Check werden Motoren und Kabine inklusive Verkleidung und Fußböden demontiert. Dies ist notwendig, um anschließend die Test- und Wartungsarbeiten durchführen und sämtliche Verkabelungen sowie die Treibstoffleitungen überprüfen zu können“, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) heute mit. Das DLR ist bei SOFIA Partner der NASA, die das Flugzeug und die Missionen zu 80 Prozent finanziert, die restlichen 20 Prozent kommen vom DLR.

Neue Klimaanlage für die Instrumente

Im Rahmen der geplanten Instandhaltung modernisieren die Techniker auch die Klimaanlage des 1977 gebauten Jumbo Jets. „Hierdurch wird es uns in Zukunft möglich sein, die Temperatur in der Kabine sehr fein zu justieren“, erläutert Heinz Hammes, SOFIA-Projektleiter im DLR Raumfahrtmanagement. „Dies ist insbesondere in der Instrumentenzone wichtig, denn jedes Forschungsinstrument benötigt eine genau passende Umgebungstemperatur.“

Das Deutsche SOFIA-Institut nutzt die Werftliegezeit des Flugzeugs, um auch das Teleskop zu warten. Dazu gehören auch Arbeiten, die alle drei bis sechs Jahre notwendig sind. „Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, dass eines der sechs wissenschaftlichen Instrumente von SOFIA mit nach Hamburg kommen wird. Das deutsche Instrument GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) wird nach der Landung vom Teleskop abmontiert und zur separaten Wartung und Optimierung an das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn gebracht“, heißt es von Seiten des DLR.

Der C-Check nimmt durchaus Zeit in Anspruch. Aus heutiger Sicht sind die letzten Tests mit den vier JT-9D-7A-Turbofans von Pratt & Whitney für Mitte Dezember vorgesehen. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Tests mit der Druckkabine laufen. Im Februar sollen die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten beendet sein, so dass SOFIA für neue Wissenschaftsflüge zur Verfügung steht.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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