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Airbus und LH Technik modifizieren A330 zu temporären Frachtern

Der Bedarf an Luftfrachtkapazitäten ist nach wie vor groß. Lufthansa Technik und Airbus bieten nun gemeinsam einen Umrüstsatz für die A330-200/-300 an, der die Widebodies zu temporären Frachtern macht. Ein erster Kunde hat den Umbau bereits vorgenommen.

28.04.2021

Die Finnair hat eine erste A330 in Zusammenarbeit mit der Lufthansa Technik in einen temporären Frachter verwandelt. © Finnair

Die weltweite Covid-19-Pandemie hat die Nachfrage nach Luftfracht sprunghaft ansteigen lassen. Da aber die Zahl der angebotenen Passagierflüge nach wie vor niedrig ist, kommen neben den reinen Frachtflugzeugen auch vermehrt temporäre Frachtflugzeuge zum Einsatz, also Passagierflugzeuge, die nur für eine kurze Zeit als Frachter genutzt werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder werden Pakete auf dem Hauptdeck auf die Sitze geschnallt oder die Airline lässt die Kabine ausräumen und für den Frachttransport auf Paletten umbauen.

15 Tonnen zusätzliche Frachtkapazität

Die Lufthansa Technik AG und Airbus haben heute ihre Zusammenarbeit bei der Modifikation der Airbus-Widebodies A330-300 und A330-200 zu temporären Frachtern bekanntgegeben. Die LH Technik wird dabei die ergänzende Musterzulassung (STC) halten und die Umrüstsätze für die Kabine anbieten, während der Flugzeughersteller technische Daten zur Verfügung stellt, die Berechnungen der Konstrukteure validiert und Betriebsberechnungen vornimmt. Durch den Umbau kann ein Airbus A330 bis zu 15 Tonnen beziehungsweise bis zu 78 Kubikmeter (A330-200) Fracht auf dem Passagierdeck aufnehmen, zusätzlich zur Fracht im Unterdeck.

Die Fracht machte im ersten Quartal 2021 rund die Hälfte des Umsatzes der Finnair aus. © Finnair

Die Fluggesellschaft Finnair ist der erste Kunde für diesen Umbau. Sie hat auf ihrer Homebase in Helsinki nach Vorgaben der Lufthansa Technik die Modifikationen vorgenommen und wartet nun auf die Zulassung des Umbaus durch die EASA (Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union). Juha Ojala, der Technik-Vorstand der Finnair, sagte: „Mit dieser von der EASA zugelassenen Lösung sind wir in der Lage, unseren erfolgreichen Frachtbetrieb auch während des Ramp-ups fortsetzen. Die Lösung ist technisch einfach und erfordert keine massiven Investitionen wie traditionelle Frachterumrüstungen.“

Der Finnair-Hauptgeschäftsführer Topi Manner betonte bei der Bekanntgabe des Jahresergebnisses der Fluggesellschaft gestern die Bedeutung der Fracht für die Finnair: „Die Nachfrage nach Fracht blieb stark, und der Frachtumsatz im März war rekordverdächtig. Die Frachtnachfrage wurde durch die Herausforderungen in der Lieferkette aufgrund der Pandemie unterstützt, die durch die Blockade des Suezkanals noch verschärft wurde. Wir führten im ersten Quartal 547 reine Frachtflüge durch, und die Fracht unterstützte auch die Aufrechterhaltung einiger Langstrecken-Passagierflüge. Die Fracht machte weiterhin über 50 Prozent unseres Umsatzes aus.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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