Homepage » Luftverkehr » Asiana hat eine A350-900 zum temporären Frachter umgebaut

Asiana hat eine A350-900 zum temporären Frachter umgebaut

Angesichts der Verlagerung des Schwerpunktes von den Passagier-Erlösen zu den Fracht-Erlösen während der weltweiten Covid-19-Pandemie hat Asiana Airlines als weltweit erste Fluggesellschaft in Zusammenarbeit mit Airbus und der EASA einen Airbus A350 XWB zu einem temporären Frachter modifiziert.

7.10.2020

Asiana Airlines aus Südkorea hat ihre erste A350 XWB im April 2017 von Airbus übernommen. © Volker K. Thomalla

Während die Nachfrage nach Passagierflügen weltweit auf einem extrem niedrigen Niveau vor sich hin dümpelt, erfreut sich die Luftfracht einer guten Nachfrage. Nach wie vor ist vor allem in Asien hergestellte medizinische Schutzausrüstung wie Kittel und Masken in Europa und Asien gefragt. Um diese Fracht bedarfsgerecht und pünktlich dorthin zu bringen, wo sie benötigt wird, muss sie per Flugzeug transportiert werden.

Service Bulletin von Airbus

Die südkoreanische Asiana Airlines hat nun als weltweit erste Fluggesellschaft einen Airbus A350-900 mittels des Airbus Service Bulletins (SB 25-P170) zu einem temporären Frachter umgebaut. Das Service Bulletin haben der Hersteller, Asiana nach eigenen Angaben in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) entwickelt. Die Fracht muss so verzurrt werden, dass sie selbst bei Lastvielfachen von bis zu 9 g nicht verrutscht.

Aufgrund der mangelnden Nachfrage nach Passagierflügen hat Asiana als weltweit erste Fluggesellschaft eine A350-900 in einen temporäres Frachtflugzeug umgebaut. © Airbus

Der Umbau nimmt rund zwei Wochen in Anspruch. Dabei entfernen Techniker die Sitze in der Economy Class des Flugzeugs und markieren Verzurrpunkte für die Fracht in den Sitzschienen. Durch die Modifikation erhöht sich die Frachtkapazität des Flugzeugs um fünf auf 23 Tonnen. Der Umbau erfordert zwar einen gewissen Aufwand im Vergleich zu der zuvor genutzten Lösung, bei der die in Kisten verpackte Fracht auf die Passagiersitze geschnallt wurde, aber der Aufwand lohnt sich, denn durch den Ausbau der Sitze kann die Fracht schneller be- und entladen werden. Außerdem nutzen die Sitze nicht so schnell ab.

Kim Kwang-seok, Senior Executive Vice President für Cargo Business bei Asiana, sagte: „Wir haben die Entscheidung für die Flugzeugmodifikation nach einer eingehenden Prüfung der Sicherheit und der Rentabilität getroffen. Während der Covid-19-Situation ist der Frachtvertrieb zu einem großen Teil des Geschäfts der Fluggesellschaft geworden, und wir werden weitere Anstrengungen für diesen Geschäftsbereich unternehmen.“

Sein Debut als temporärer Frachter gab das von zwei Rolls-Royce Trent 7000-Turbofans angetriebene Großraumflugzeug auf der Strecke von Seoul nach Los Angeles. An Bord befanden sich Elektronik-Bauteile und Bekleidung. Derzeit bedient die A350 XWB die Strecke von Seoul-Incheon nach Ho Chi Minh Stadt in Vietnam.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Inside: Abnahmeflug einer A350 XWB der Lufthansa

Airbus hat die 350. A350 XWB an Air France ausgeliefert

China Southern setzt bei der A350 XWB auf Recaro-Sitze

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.