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BDL will CO2-Emissionen des Luftverkehrs auf null senken

Die Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie ihre Haltung und ihre Ziele zum Klimaschutz darlegen. Auch wenn der Luftverkehr am CO2-Ausstoß nur einen Anteil von 2,8 Prozent hat, wollen sie die CO2-Emissionen auf null senken.

2.08.2019

Eine Boeing 747-8 mit ausgefahrenen Klappen kurz vor dem Aufsetzen auf der Piste. © Volker K. Thomalla

Der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 gegründet, um die Interessen des Luftverkehrs gegenüber der Politik besser zu vertreten. Dem im Berlin ansässigen Verband gehören Airlines, Airports, die Flugsicherung und andere luftverkehrsaffine Unternehmen an.

Gestern haben die BDL-Mitglieder eine gemeinsame Erklärung publiziert, wie sie die Herausforderungen des Klimaschutzes annehmen und welche Maßnahmen sie angehen wollen. Man sehe die Frage, wie der Luftverkehr nachhaltiger und besser in Einklang mit dem Klimaschutz gebracht werden könne als eine der zentralen gemeinsamen Herausforderungen von Luftverkehrswirtschaft, Politik und Gesellschaft an, heißt es in der Erklärung.

Die Luftverkehrswirtschaft will erreichen, dass die luftverkehrsbedingten CO2-Emissionen auf null sinken. Dieses Ziel sieht der Verband nur als erreichbar an, wenn konventionelles Kerosin durch regenerative Kraftstoffe ersetzt wird. Der BDL sieht derzeit in PtL-Treibstoff die ökologische beste Lösung.

PtL-Treibstoffe sind CO2-neutral

Beim Power-to-Liquid-Verfahren wird aus Elektrizität, Wasser und CO2 Treibstoff gewonnen. Das Verfahren ist energieaufwendig, aber umweltfreundlich, wenn regenerative Energie verwendet wird. Das Verfahren steht in keinem Wettbewerb zu Lebensmitteln, wie beispielsweise Bio-Fuels, die aus Mais oder aus Palmöl gewonnen werden. Bei diesen Treibstoffen werden Flächen zur Züchtung der Pflanzen genutzt, die zum Teil extra gerodet wurden oder die nicht mehr zur Lebensmittelproduktion zur Verfügung stehen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in einer Studie bestätigt, dass PtL-Treibstoffe bei Verwendung von regenerativen Energien Carbon-neutral sind. Auf verschiedenen Konferenzen wie beispielsweise der Fachkonferenzreihe „Greener Skies Ahead“ wurde schon seit mehreren Jahren auf diese Technologie und deren Vorteile aufmerksam gemacht.

Der BDL erklärt sich nun bereit, bei Pilotprojekten zum Aufbau industrieller Anlagen für die PtL-Produktion zu beteiligen, fordert aber eine gemeinsame Anstrengung von Politik und Wirtschaft. Er fordert eine Roadmap für den Aufbau von Produktionsanlagen und die Bereitstellung eines Kraftstoffs zu wettbewerbsfähigen Preisen. Die internationale Zivilluftfahrt-Organisation ICAO solle hierfür internationale Rahmenbedingungen schaffen.

Luftverkehrssteuer zur Finanzierung

Für die Finanzierung von Pilotprojekten schlägt der BDL vor, dass die Bundesregierung die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer verwendet, die sich derzeit auf rund 1,2 Milliarden Euro jährlich belaufen.

Als weitere Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen schlägt der BDL die Weiterentwicklung des Single European Sky und eine damit verbundene Optimierung der Flugrouten in Europa vor, ebenso fordert er eine Stärkung der Schienennetze und eine deutliche Stärkung der Intermodalität, besonders im innerdeutschen Verkehr.

Der BDL weist in seiner Erklärung darauf hin, dass der Luftverkehr an den weltweiten CO2-Emissionen nur einen Anteil von 2,8 Prozent hat. Auch hätten die Fluggesellschaften kontinuierlich in neue, effiziente Flugzeuge investiert, was zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen pro Passagierkilometer seit 1990 um 43 Prozent geführt habe.

Luftverkehr sei ein unverzichtbarer Teil unserer Welt ist: „Luftverkehr führt Menschen weltweit zusammen, ermöglicht den eilbedürftigen Transport werthaltiger Güter, bedeutet Entwicklungshilfe für viele Länder und ermöglicht es den Menschen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Das ist alles unverzichtbar in einer freien und globalisierten Welt.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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