Homepage » Luftverkehr » Corona katapultierte den Luftverkehr zurück in die 80er Jahre

Corona katapultierte den Luftverkehr zurück in die 80er Jahre

Die durch das Coronavirus ausgelöste weltweite Pandemie hat den globalen Luftverkehr so stark geschädigt wie kein anderes singuläres Ereignis in Friedenszeiten. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat nun die Verkehrszahlen für das abgelaufene Jahr für Deutschland veröffentlicht, die das Ausmaß des Einbruchs widerspiegeln.

8.01.2021

Die Coronakrise im Jahr 2020 löste die tiefste Krise in der Geschichte des Luftverkehrs aus. © V. K. Thomalla

Noch im Januar 2020 schien die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Das Coronavirus schien eine rein innerchinesische Problematik zu sein. Doch dann traf die Covid-19-Pandemie mit einer nicht erwarteten Dynamik und mit einer Dimension die Menschen auf der ganzen Welt. Der globale Passagierluftverkehr brach am Mitte März 2020 zusammen und musste sich im April und Mai mit einem Nachfrage-Einbruch von bis zu 90 Prozent auseinandersetzen.

Die Zahl der kontrollierten Flüge im deutschen Luftraum entsprach im Jahr 2020 dem Niveau von 1989. © DFS

Hauptsächlich Rückholflüge, Frachtflüge und die Business Aviation sorgten in den kommenden Monaten für ein minimales Niveau an Flugbewegungen. Wer hätte jemals gedacht, dass der Flughafen Leipzig/Halle an einem einzigen Tag mehr Flugbewegungen hätte als Frankfurt/Main? Und dennoch passierte es: Den vor allem von Frachtflugzeugen angeflogenen mitteldeutschen Airport flogen am 14. April 2020 mehr Flugzeuge an als Frankfurt/Main. Die beiden größten deutschen Flughäfen München und Frankfurt hatten in absoluten Zahlen betrachtet, im vergangenen Jahr die größten Rückgänge bei den Flugbewegungen zu verzeichnen, während Flughäfen mit einem hohen Anteil an Frachtverkehr – wie Leipzig/Halle – deutlich geringere Rückgänge erlitten.

Rückgang um über 50 Prozent

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat jetzt die Zahlen der kontrollierten Flüge im deutschen Luftraum im vergangenen Jahr veröffentlicht. 2020 wurden rund 1,46 Millionen Flüge im deutschen Luftraum gezählt – das sind 56,2 Prozent weniger als noch 2019 – damals wurden 3,33 Millionen Flüge registriert. „Das Verkehrsaufkommen in Deutschland ist damit auf das Niveau vor der Wiedervereinigung gesunken: 1989 wurden im Luftraum der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 1,47 Millionen Flüge registriert. Seither ist das Verkehrsaufkommen – mit einigen Unterbrechungen – nahezu kontinuierlich gestiegen“, teilte die DFS mit.

Für die nahe Zukunft ist die Flugsicherungsorganisation nicht optimistisch. Sie rechnet nicht damit, dass sich der Passagierluftverkehr schnell wieder erholen wird. Dirk Mahns, der Geschäftsführer Betrieb der DFS, sagte: „Es wird voraussichtlich bis 2025 dauern, bis das alte Niveau wieder erreicht wird.“

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Covid-19-Hunde spüren Infizierte am Flughafen Helsinki auf

Helikopter im Einsatz gegen die Covid-19-Pandemie in China

Massive Einschränkungen des Verkehrs von Großbritannien

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.