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Der weltweite Luftverkehr krankt am Coronavirus

Der Airline-Verband IATA (International Air Transport Association) schätzt, dass der Ausbruch des Coronavirus Covid-19 dem weltweiten Luftverkehr Umsatzeinbußen in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar bescheren könnte. Zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008-2009 könnten die Passagierzahlen im Jahr 2020 zurückgehen. 

25.02.2020

Besonders chinesische Fluggesellschaften haben seit dem Ausbruch des Coronavirus 2020 massive Einbrüche bei den Passagierzahlen hinnehmen müssen. © V. K. Thomalla

Der internationale Verband der Fluggesellschaften IATA hat seine Einschätzung der Folgen des Ausbruchs des Coronavirus‘ für den weltweiten Luftverkehr revidiert. Natürlich sind es die Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum, die am stärksten vom Ausbruch von Covid-19 betroffen sind. Die IATA erwartet für das gesamte Jahr 2020 einen Rückgang der Passagiernachfrage um 13 Prozent. „Das ursprünglich prognostizierte Wachstum lag bei 4,8 Prozent, nun werden die Fluggesellschaften in der Region für das Gesamtjahr einen Rückgang von 8,2 Prozent gegenüber 2019 verzeichnen“, teilt die IATA mit. Bei diesem Szenario würden die asiatisch-pazifischen Luftfahrtunternehmen im Jahr 2020 Einnahmeverluste in Höhe von 27,8 Milliarden Dollar erleiden, der Großteil davon betrifft die in China registrierten Luftfahrtunternehmen, die allein auf dem Inlandsmarkt 12,8 Milliarden US-Dollar verlieren werden.

Chinas Airlines sind am stärksten betroffen

Basierend auf denselben Arbeitsannahmen wird erwartet, dass die Fluggesellschaften außerhalb des asiatisch-pazifischen Raums einen Umsatzrückgang von 1,5 Milliarden Dollar erfahren werden, wobei davon ausgegangen wird, dass sich der Nachfragerückgang auf die mit China verbundenen Märkte beschränkt. Dieses Szenario gilt allerdings nur, wenn die Hauptquelle der Pandemie weitgehend auf China beschränkt bleibt.

China Southern Airlines hat ihre A380 bis zum Ende der vom Coronavirus ausgelösten Pandemie aus dem Verkehr gezogen. © China Southern Airlines

Insgesamt schätzt die IATA daher den gesamten Einnahmeverlust für den weltweiten Luftverkehr auf 29,3 Milliarden Dollar; das sind 5 Prozent weniger als die von der IATA noch im Dezember 2019 veröffentlichten Zahlen. Diese neue Einschätzung führe voraussichtlich zu einem Rückgang der weltweiten Nachfrage um 4,7 Prozent. „Dieser Verlust würde das für das Jahr prognostizierte Wachstum vollständig zunichte machen und zu einem Rückgang der weltweiten Passagiernachfrage um 0,6 Prozent im Jahr 2020 führen“, lautet nun die Einschätzung der IATA.

Es könnte noch schlimmer kommen

Experten der IATA haben bei ihrer Vorhersage die Verlaufskurve der SARS-Epidemie als Modell genommen. „Diese Kurve war durch eine sechsmonatige Periode eines starken Nachfragerückgangs gekennzeichnet, gefolgt von einer entsprechenden Periode der Erholung. Im Jahr 2003 verursachte SARS einen Rückgang der Einnahmen pro Passagierkilometer (RPK) bei den asiatisch-pazifischen Fluggesellschaften um 5,1 Prozent. Bei der Beurteilung der Auswirkungen der Covid-19-Epidemie wird auch davon ausgegangen, dass das Zentrum der Krise in China bleiben wird. Sollte sich die Epidemie weiter auf die asiatisch-pazifischen Märkte ausbreiten, könnten die Auswirkungen auf die Fluggesellschaften in anderen Regionen größer sein.“

Es ist nicht überraschend, dass Alexandre de Juniac, der Generaldirektor und Hauptgeschäftsführer (CEO) der IATA, prognostizierte: „Es wird ein sehr hartes Jahr für die Fluggesellschaften.“

Gil Roy

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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