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Die 737 MAX darf ab nächster Woche auch in Europa wieder starten

Die EASA wird in der nächsten Woche die Wiederzulassung der Boeing 737 MAX veröffentlichen und macht damit nach den USA, Mexiko, Brasilien und Kanada den Weg frei für die Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit Boeings neuestem Single-Aisle-Jet.

20.01.2021

Die EASA hat am 24. November 2020 die Voraussetzungen für eine Wiederzulassung der Boeing 737 MAX veröffentlicht. © V. K. Thomalla

Patrick Ky, der Executive Director der Flugsicherheitsagentur der Europäischen Union (EASA), sagte gestern in Köln, er erwarte, dass die EASA in der nächsten Woche die Wiederzulassung der Boeing 737 MAX veröffentlichen werde. „Aus unserer Perspektive wird sie in der nächsten Woche wieder fliegen dürfen“, sagte er wörtlich. Man habe bei der Wiederzulassung der Boeing 737 MAX sehr gut mit Boeing und der FAA zusammengearbeitet. Man habe volle Transparenz gehabt, sagte Ky.

Patrick Ky wurde am 23. April 2018 für weitere fünf Jahre als EASA Executive Director im Amt bestätigt. © EASA

Am Fall der Boeing 737 MAX habe man aber auch mehrere Lektionen gelernt. Bei der gemeinsamen Zulassung eines neuen Flugzeugs habe es bisher Systeme gegeben, bei der eine Behörde als Lead Agency die Zulassung federführend betreut habe. „Wir haben uns diese Systeme dann nicht mehr im Detail angeschaut, denn wir waren ja nicht die Lead Agency“, so Ky. „Wenn wir Fragen dazu hatten, haben wir aber immer vollständige Antworten erhalten.“

Neue Wege der Zusammenarbeit

Auf die Frage von Aerobuzz.de, ob der Fall der 737 MAX das Vertrauen zwischen der EASA und der FAA zerstört habe, antwortete Ky, das sei nicht der Fall. Er respektiere die FAA, aber man müssen schauen, wie man in Zukunft zusammenarbeite. Man werde aus der Erfahrung heraus nun bei allen sicherheitsrelevanten Systemen selber hinschauen und eigene Sicherheitsbeurteilungen fällen.

Bei der Wiederzulassung der Boeing 737 MAX hat die EASA – genauso wie die kanadische Luftfahrtbehörde Transport Canada – auf eine durch den Piloten aktivierbare Abschaltvorrichtung für den Stickshaker gedrungen, um bei einem Ausfall eines einzigen Anstellwinkelsensors die Arbeitsbelastung für den Piloten zu reduzieren. EASA-Testpiloten hätten diese Vorrichtung ausführlich geflogen und für sinnvoll erachtet. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verlangt diese Vorrichtung nicht.

Ky sagte, die Testpiloten hätten die Boeing 737 MAX auch ohne das Flugsteuerungssystem MCAS geflogen. Sie sei so zwar nicht zulassungsfähig, aber sie auch ohne MCAS perfekt sicher zu fliegen.

Die Boeing 737 MAX 8-200 mit dichterer Bestuhlung, die Ryanair in großer Zahl bestellt hat, sollte in den kommenden Wochen zugelassen werden, so Ky. Sie werde im Sommer bereit sein für den Flugbetrieb.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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