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Die EASA will die 737 MAX noch 2020 wieder zulassen

Gute Nachrichten für Boeing: EASA-Chef Patrick Ky hat sich nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg für die Zulassung der Boeing 737 MAX noch in diesem Jahr ausgesprochen.

16.10.2020

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg beabsichtigt die EASA, die Boeing 737 MAX noch 2020 wieder für den Flugbetrieb freuzugeben. © Volker K. Thomalla

Wenn es stimmt, was die Nachrichtenagentur Bloomberg heute meldet, dann dürfte Boeing sich freuen: Nach einem Bloomberg-Bericht habe Patrick Ky, der Executive Director der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), gesagt, dass er mit den Änderungen zufrieden sei, die Boeing an dem Flugzeug vorgenommen habe. Dadurch sei das Flugzeug sicher und könne vor Ende dieses Jahres an den Himmel zurückkehren.

Da die Vorgehensweise der US-Luftfahrtbehörde im Zusammenhang mit der Zulassung der 737 MAX Fragen aufgeworfen hat, wollte die EASA sich selbst von den Änderungen des Herstellers überzeugen und nicht einfach die zu erwartende Zulassung durch die FAA validieren.

EASA-Testpiloten im 737 MAX-Cockpit

Im September hatten Testpiloten der EASA deshalb selbst eine modifizierte 737 MAX geflogen und die Änderungen bewertet. Die EASA bereite nun den Entwurf einer Flugsicherheitsmitteilung vor, die noch im November veröffentlicht werden solle. Danach gebe es noch eine vierwöchige Kommentierungszeit, bevor die endgültige Zulassung wieder erteilt werden könne.

Die EASA hat Boeing nahegelegt, einen dritten Anstellwinkel-Sensor zu integrieren, um die Sicherheit des Flugzeugs noch weiter zu erhöhen. Die Entwicklung und Integration dieses Sensors werde zwischen 12 und 24 Monaten in Anspruch nehmen, berichtet Bloomberg. „Unsere Analyse hat gezeigt, dass das Flugzeug sicher ist, und das Sicherheitsniveau ist für uns ausreichend. Wir haben mit Boeing diskutiert, dass man mit dem dritten Sensor noch ein höheres Sicherheitsniveau erreichen könne“, wird Ky zitiert.

Nach zwei Unfällen im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien mit 346 Todesopfern hatten die Luftfahrtbehörden auf der ganzen Welt ein Flugverbot für die 737 MAX-Flugzeugfamilie ausgesprochen und die FAA hatte die Zulassung des Musters eingefroren. Bei der Ermittlung der Unfallursachen war das Flugsteuerungssystem MCAS in den Fokus der Unfallforscher geraten. Boeing hat die Software des MCAS daraufhin modifiziert und akzeptiert, dass Piloten bei der Umschulung auf die 737 MAX auch verpflichtend im Simulator geschult werden müssen.

Das Unternehmen hat die Produktion des Musters zwar verlangsamt und für einige Wochen in diesem Jahr ausgesetzt, aber es stehen in Seattle und in der Region über 400 gebaute Boeing 737 MAX, die auf ihre Modifizierung warten, damit sie an Kunden ausgeliefert werden können. Das gesamte 737 MAX-Debakel hat den Hersteller Milliarden gekostet.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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