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Eurowings Discover hat geplante Flottengröße erreicht

Die Lufthansa will sich vom Markt der touristischen Flüge ein größeres Stücke abschneiden. Mit der Eurowings Discover hat sie eine Tochter-Fluglinie gestartet, die von München und Frankfurt aus zu typischen Urlaubsdestinationen fliegt.

14.11.2022

Ein Airbus A330 der Eurowings Discover beim Start. © Christian Engels/Eurowings Discover

So stellt man sich die Zentrale einer Fluggesellschaft nicht vor: In der Mitte eines großen Saales, der von einer Bürogalerie umringt wird, stehen Liegestühle, Sonnenschirme und gemütliche Holzbänke und Tische wie vor einer Almhütte. Ein Thekenbereich mit einem professionellen Kaffeeautomaten rundet das Bild ab: Eurowings Discover ist anders als andere Airlines.

Diese Kulisse in der Firmenzentrale (bei Mitarbeitern „The Bay“ genannt) ist aber mit Leben gefüllt. Hier finden auch beispielsweise die Crewbriefings für die Flüge statt. In der ersten Etage ist die Ops-Zentrale in einem unspektakulären Büro angesiedelt und steuert von hier aus die Flotte der neuesten Lufthansa-Tochter.

Das AOC mit der Nummer D-418 EG – und dem Firmennamen EW Discover – steht auf einem Regalbrett eingerahmt im Eingangsbereich und zeigt unzweideutig, dass hier ein Luftfahrtunternehmen beheimatet ist.

Die Eurowings Discover startet aus FRA und MUC heraus

Die Lufthansa-Tochter bedient aus den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München heraus. Dazu setzt sie derzeit 22 eigene Flugzeuge ein: zehn Airbus A320ceo sowie zwölf Airbus A330 (vier A330-200 und acht A330-300). Zusätzlich bedient sie sich auch zweier A350-900 der Finnair, die sie im Wet-Lease nutzt. Im Wet-Lease waren in diesem Sommer auch drei A220 der Air Baltic im Auftrag der Eurowings Discover unterwegs. Leonie Bueb, Head of Corporate Communications & Spokesperson Eurowings Discover, erklärt beim Besuch von Aerobuzz im Eurowings Discover-Firmensitz im Frankfurt Airport Center, dass derzeit nicht geplant sei, weitere eigene Flugzeuge zu beschaffen.

Die vor eineinhalb Jahren gegründete Fluggesellschaft sieht sich als „Leisure Airline“. „Wir sind keine Low Cost Airline“, sagte Bueb. Dagegen spricht auch die Kabinenkonfiguration der Flugzeuge, in denen es eine Business Class, eine Premium Economy und eine Economy Class gibt. 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei Eurowings Discover beschäftigt.

Mit ihrer Single Aisle Flotte bedient der Airline klassische Warmwasserziele rund um das Mittelmeer. Auf der Langstrecke stehen vor allem Ziele in Nordamerika auf dem Flugplan, die zum Teil aber auch nur saisonal bedient werden. Die Nordamerika-Strecken seien gut gebucht, sagt Bueb. Klar auf touristische Verkehre zugeschnitten sind die Afrika-Destinationen Kilimandscharo Airport, Victoria Falls und Windhoek in Namibia.

Seit 1. Oktober 2022 hat Eurowings Discover mit Bernd Bauer einen neuen Hauptgeschäftfsührer. Diese Position bekleidet er auch seit 2014 erfolgreich bei der Schweizer Lufthansa-Ferienfluggesellschaft Edelweiss und wird beide Airlines auch in Personalunion führen. Eine Zusammenlegung der beiden LH-Ferientöchter sein aber nicht vorgesehen, so Sprecherin Bueb. Beide Fluggesellschaften sollen auch künftig unabhängig bleiben.

Für die nahe Zukunft verfolge die Eurowings Discover das Ziel, die Position, die man sich erarbeitet habe, zu stabilisieren. Das Angebot der Lufthansa Group im touristischen Segment solle ausgebaut werden. Die Airline rekrutiert weiterhin Personal, auch für das Cockpit und sucht Ready-entries und akzeptiert auch Bewerber, die noch keine Type Rating haben.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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