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FAA-Zulassung für die Boeing 737 MAX 10

Ein langer Weg ist am Ziel angekommen und jetzt ist die Familie komplett: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat der Boeing 737 MAX 10 (737-10) als viertem Mitglied der 737-MAX-Baureihe die Zulassung erteilt. Jetzt kann Boeing mit den Auslieferungen der Serienflugzeuge beginnen.

21.10.2026

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die größte und schwerste Version der Boeing 737 MAX, die 737 MAX 10, am 20. Oktober 2026 zugelassen. © Boeing

Von den derzeit über 7.350 festen Bestellungen für die Boeing-737-MAX-Familie entfallen rund 1.555 auf die größte und schwerste Version des Single Aisle Jets, die Boeing 737-10. Rund 30 Prozent aller noch nicht abgearbeiteten 737-MAX-Aufträge entfallen auf diese Version. Jetzt hat die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) das Muster zugelassen.

Kunden der Boeing 737 MAX 10

Die 737-MAX-Familie besteht aus den Versionen 737-7, 737-8, 737-9 und 737-10. Die 737 MAX 10 fasst in einer Einklassen-Konfiguration bis zu 230 Passagiere, in einer Zwei-Klassen-Konfiguration passen zwischen 188 und 204 Fluggäste in die Kabine des Single Aisle Jets. Mit einer Länge von 43,80 Metern ist sie 8,24 Meter länger als die 737 MAX 7, die kleinste Variante der Baureihe. Ihre Reichweite beträgt nach Boeing-Angaben 3.100 nautische Meilen (5.740 Kilometer). Nach Angaben des Herstellers bietet die 737-10 die niedrigstes Sitzplatzkosten aller im Dienst stehenden Single Aisle Jets.

Die 737 MAX 10 ist mit einer konstruktiven Besonderheit ausgerüstet, nämlich einem Teleskop-Fahrwerk. Um zu verhindern, dass es aufgrund der Rumpflänge im Startvorgang beim Rotieren zu einer Bodenberührung des Hecks kommt, haben die Ingenieure ein Hauptfahrwerk konstruiert, das sich beim Startvorgang mittels eines Teleskop-Mechanismuses um 24 Zentimeter verlängert. Beim Einfahren in den Fahrwerksschacht verkürzt sich das Fahrwerk wieder. Ein vergleichbares System haben die Konstrukteure auch für die Boeing 787-10 Dreamliner entwickelt.

Das enhanced AOA soll bei allen 737 MAX nachgerüstet werden

Mit der 737-10 führt Boeing auch ein verbessertes Anstellwinkel-Warnsystem (Angle of Attack, AOA), das so genannte enhanced Angle of Attack (eAOA) ein, welches die Arbeitsbelastung der Crew bei einem Ausfall eines Anstellwinkelsensors reduziert und eindeutig anzeigt, welcher Sensor defekt ist. Das eAOA soll künftig in alle Boeing 737 MAX nachgerüstet werden.

Der Prototyp der 737 MAX 10 war schon im Juni 2021, also vor über fünf Jahren, zu seinem Erstflug gestartet. Das Flugerprobungsprogramm umfasste 976 Flüge und 2.060 Flugstunden. Chris Payne, der Vice President und General Manager der 737-Flugzeug-Entwicklungsprogramme bei Boeing Commercial Airplanes, sagte: „Unser Flugtestteam hat eine disziplinierte und methodische Kampagne durchgeführt, um jedes einzelne System zu validieren. Diese Sorgfalt gibt uns Zuversicht im Hinblick auf die anstehenden Auslieferungen. Ich bin unglaublich stolz auf das gesamte Team – für deren Fokus und Professionalität.“

Stephanie Pope, die Präsidentin und Hauptgeschäftsführerin (CEO) von Boeing Commercial Airplanes, sagte: „Der Abschluss des Zulassungsprogramms ebnet den Weg für die Auslieferung eines Boeing-Flugzeugs, das in der zivilen Luftfahrt neue Maßstäbe setzen wird. Die 737-10 bietet eine höhere Kapazität, eine größere Reichweite sowie die beste Wirtschaftlichkeit pro Sitzplatz in ihrer Klasse – eine Plattform, die Fluggesellschaften weltweit einen Mehrwert und neue Chancen eröffnet. Wir freuen uns zudem, die 737 MAX-Familie zu vervollständigen und unseren Kunden das effizienteste und flexibelste Portfolio an Standardrumpf-Flugzeugen in der gesamten Branche anbieten zu können.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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