Homepage » Luftverkehr » Lufthansa-Aufsichtsrat hat dem Rettungspaket zugestimmt

Das Rettungspaket der Lufthansa steht. Nachdem sich die Bundesregierung und die EU-Kommission auf Bedingungen für die Genehmigung der staatlichen Finanzhilfen für den angeschlagenen Carrier geeinigt haben, konnten Vorstand und Aufsichtsrat der Airline auch zustimmen. Nun muss eine außerordentliche Hauptversammlung das Rettungspaket noch annehmen.

2.06.2020

Der Lufthansa-Vorstand und der Aufsichtsrat haben den Bedingungen der EU-Kommission für staatliche Hilfen zur Bewältigung der Coronakrise zugestimmt. © Volker K. Thomalla

Nachdem der Vorstand der Lufthansa am Freitag den Bedingungen für die Staatshilfen zur Bewältigung der Folgen der Coronakrise zugestimmt hatte, gab am Pfingstmontag auch der Aufsichtsrat der Airline grünes Licht. Damit ist der Weg frei für die verschobene außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Aktionäre über die Annahme des Rettungspaktes abstimmen müssen. Die Hauptversammlung soll am 25. Juni stattfinden.

Die EU-Kommission hatte die Genehmigung des von der Bundesregierung und der Lufthansa ausgehandelte Rettungspaket aus Wettbewerbsgründen abgelehnt. In zähen Verhandlungen konnte die Bundesregierung die von der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager geforderten Bedingungen abmildern.

Die Lufthansa teilte dazu mit: „Der Umfang der aus Sicht der EU-Kommission erforderlichen Zusagen wurde im Vergleich zu ersten Indikationen reduziert. Die Lufthansa wird demnach verpflichtet, an den Flughäfen Frankfurt und München je einem Wettbewerber zur Stationierung von je bis zu vier Flugzeugen, bis zu 24 Start- und Landerechte (Slots), also rechnerisch drei Start- und drei Landerechte pro Flugzeug und Tag, zu übertragen. Diese Option steht für zumindest anderthalb Jahre nur neuen Wettbewerbern an den Flughäfen Frankfurt und München zur Verfügung. Falls jeweils kein neuer Wettbewerber von der Option Gebrauch macht, wird die Option auch auf vorhandene Wettbewerber an den jeweiligen Flughäfen erweitert.“

Slots nur für Carrier ohne Staatshilfen

Bundesregierung und EU-Kommission haben sich darauf geeinigt, dass die Slots ausschließlich an einen europäischen Wettbewerber gehen dürfen, der selbst keine wesentliche staatliche Hilfe zur Bewältigung der Corona-Pandemie erhalten hat. Die Slots sollen im Rahmen einer Auktion zugeteilt werden.

Das Rettungspaket der deutschen Regierung für die Kranich-Airline hat ein Volumen von 9,0 Milliarden Euro, von denen allerdings mehr als zwei Drittel mit deutlich höheren als den marktüblichen Zinsen beaufschlagt sind. Neben Krediten der staatlichen KfW-Bank in Höhe von 3,0 Milliarden Euro bekommt die Lufthansa eine Kapitalspritze in Höhe von 5,7 Milliarden in Form von stillen Einlagen. Diese werden in den Jahren 2021 und 2022 mit 4,0 Prozent verzinst, danach steigt der Zinssatz bis 2027 auf 9,5 Prozent! Zusätzlich kauft der Staat Aktien der Lufthansa im Wert von 300 Millionen Euro. Dafür hält er dann 20 Prozent des Grundkapitals der Deutschen Lufthansa AG. Die Bundesregierung hat klar gesagt, dass sie kein Interesse hat, langfristig Anteilseigner der Airline zu bleiben. Die Aktien sollen bis zum 31. Dezember 2023 zu marktüblichen Konditionen verkauft werden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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