Homepage » Luftverkehr » Lufthansa: Massive Flugstreichungen wegen Coronavirus

Lufthansa: Massive Flugstreichungen wegen Coronavirus

Die Auswirkungen des Ausbruchs des Covid-19 (Coronavirus) beeinflusst den globalen Luftverkehr viel stärker als es die Branche noch vor wenigen Tagen wahrhaben wollte. Die Lufthansa sieht sich jetzt aufgrund von Reisebeschränkungen und einem Nachfrageeinbruch gezwungen, Kapazitäten stillzulegen, die 150 Flugzeugen entsprechen. 

6.03.2020

Die Lufthansa Group legt vorübergehend Kapazitäten still, die 125 Kurz- und Mittelstrecken- sowie 25 Langstreckenflugzeugen entsprechen. Im Bild ein Airbus A320. © V. K. Thomalla

So langsam geht es ans Eingemachte: Die Lufthansa Group hat mitgeteilt, dass sie aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus‘ und dem dadurch erfolgten Nachfragerückgang allein im März 7.100 Europaflüge gestrichen hat. Auch Flüge nach Israel sind für die nächsten drei Wochen ausgesetzt, da Israel ein erweitertes Einreiseverbot eingeführt hat, um die Ausbreitung des Virus‘ einzudämmen. Das Auswärtige Amt informiert darüber: „Die Einreise aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien und der Schweiz ist für nicht-israelische Staatsangehörige grundsätzlich ab dem 6. März 2020 (8:00 Uhr) nicht mehr möglich. Deutsche Staatsangehörige können wie auch israelische Staatsangehörige nur noch dann ausnahmsweise aus diesen Ländern nach Israel einreisen, wenn sie sich in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben.“

Diese massiven Einschnitte in den Flugplan haben zur Folge, dass die Airlines der Lufthansa Group (Lufthansa, Swiss, Austrian) Kapazitäten stilllegen, die nun nicht benötigt werden. Diese Kapazitäten entsprechen nach Angaben des Konzerns rein rechnerisch einer Kapazität von 125 Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen und 25 Langstreckenmaschinen. Die gesamte Flotte des Konzerns besteht derzeit aus 770 Flugzeugen und setzt sich aus 180 Langstreckenjets und 590 Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen.

China bleibt off-limits bis zum 24. April

Die Flüge in die Volksrepublik China bleiben auch weiterhin das Sorgenkind Nummer 1 auf der Langstrecke. Die Lufthansa Group hat sich entschlossen, die Flüge aus Deutschland zu Zielen des chinesischen Festlandes bis zum 24. April auszusetzen. Damit wird China von der Lufthansa mindestens drei Monate lang nicht bedient.

Auch der Iran, ein weiterer Coronavirus-Hotspot, bleibt Off-limits im aktuellen Lufthansa-Flugplan: Alle Flüge nach Teheran wurden bis zum 30. April gestrichen.

Welche Auswirkungen die Krise auf das Ergebnis und die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns haben wird, ist derzeit nicht seriös absehbar. Aber die Lufthansa hat prophylaktisch schon Sparmaßnahmen im Personalbereich und bei den Sachkosten angekündigt. Einzig der fallende Treibstoffpreis bildet einen Lichtblick, aber auch er kann die Umsatzverluste durch die ausbleibenden Passagiere nicht annähernd ausgleichen.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Kann Alitalia die Coronavirus-Krise überleben?

Der weltweite Luftverkehr krankt am Coronavirus

Aus für Flybe: Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.