Homepage » Luftverkehr » Regierung stoppt Pläne zur Reduzierung der Flugbewegungen in Schiphol

Regierung stoppt Pläne zur Reduzierung der Flugbewegungen in Schiphol

Die Entscheidung der Regierung der Niederlande und des Flughafenbetreibers von  Amsterdam-Schiphol, die Zahl der Flugbewegungen zu reduzieren, hat national und international hohe Wellen geschlagen. Nun hat die Regierung zurückgerudert. Der Konflikt ist aber noch nicht beendet, denn die Rücknahme ist nur vorübergehend.

14.11.2023

Die Regierung der Niederlande hat die Pläne zur Reduzierung der Zahl der Flugbewegungen auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol vorübergehend zurückgezogen. © V. K. Thomalla

Die Entscheidung der Regierung der Niederlande, die Zahl der Flüge in Schiphol ab dem nächsten Sommer auf 460.000 Starts und Landungen pro Jahr zu reduzieren, wurde vorübergehend zurückgezogen. Damit wird es auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol vorerst wieder maximal 500.000 Flugbewegungen geben. Dies schrieb Verkehrsminister Mark Harbers heute an das Repräsentantenhaus. Es hatte sich ein Konflikt zwischen den Niederlanden und den USA abgezeichnet.

Die USA vertreten den Standpunkt, dass die Niederlande gegen internationale Verträge verstoßen, wenn sie der US-Fluggesellschaft JetBlue im nächsten Sommer nicht erlauben, nach Amsterdam zu fliegen. Aerobuzz hatte darüber berichtet.

Dies geschah, nachdem die niederländische Regierung beschlossen hatte, die Zahl der Flüge in Schiphol von 500.000 auf 460.000 pro Jahr zu reduzieren, um den Anwohnern weniger Unannehmlichkeiten zu bereiten. Doch die Vereinigten Staaten protestierten gegen die Reduzierung der Flugbewegungen in Schiphol, was dazu geführt hätte, dass einige US-Fluggesellschaften nicht mehr auf dem Flughafen hätten landen können. In den Augen der USA wäre die Kapazitätsreduzierung ungerecht, diskriminierend und wettbewerbswidrig.

KLM wäre die Hauptleidtragende gewesen

Die US-Regierung hatte sich auf einen Konflikt vorbereitet und erwogen Gegenmaßnahmen zu erwägen. So hat sie beispielsweise bei der KLM Royal Dutch Airlines die Planungen für Flüge in und aus den USA angefordert.

Auch die Europäische Kommission scheint Einwände gegen die vorgeschlagene Kürzung zu erheben. Nach Ansicht der Kommission hätten die Niederlande mit ihrer schnellen Entscheidung nicht das korrekte Verfahren befolgt und sich nicht an europäisches Recht gehalten.

Verkehrsminister Harbers schreibt, dass dies „eine bittere Pille für die Umwelt“ sei, betont jedoch, dass „das Kabinett sich dafür einsetzt, das Gleichgewicht zwischen Schiphol und seinem Lebensumfeld wiederherzustellen“.

KLM war strikt gegen eine Reduzierung der Flugbewegungen auf dem Flughafen Schiphol. Die Fluggesellschaft ist nach eigenen Angaben mit der Entscheidung von Harbers „zufrieden“. „Es ist ein wichtiger Schritt, um Vergeltungsmaßnahmen zu verhindern und weiterhin in die USA zu fliegen“, sagte KLM.

Die Airline hat versprochen, nachts mit den leisesten Flugzeugen zu fliegen, um die Belästigung der Anwohner zu verringern. Das Unternehmen werde außerdem versuchen, keine Passagierflüge mehr zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens anzubieten.

Bob Fischer

 

Folgen Sie uns auf X
Liken Sie uns auf Facebook

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Sturmtief „Poly“ legt Amsterdam-Schiphol lahm

Airlines wehren sich gegen die Pläne für Amsterdam-Schiphol

Amsterdam will Nachtflüge und die Business Aviation verbannen

 

Über Bob Fischer

zum Aerobuzz.de
Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen. Er hat mehr als 40 Jahre für der CAA-NL gearbeitet, sein letzter Job war Inspekteur für Flugausbildung in den Niederlanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.