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Regierungen kündigen Bürgschaften für die Condor an

Bürgschaften der Bundesregierung und der Hessischen Landesregierung sichern der Condor dringend benötigte Kredite und damit das Überleben. Doch langfristig kann die Ferienfluggesellschaft – wie viele andere Airlines auch – nur bestehen, wenn wieder Passagiere regelmäßig in die Flugzeuge steigen. 

27.04.2020

Dank einer Bürgschaft der Bundesregierung und der Hessischen Landesregierung blickt Condor wieder optimistischer in die Zukunft nach der Coronakrise. © Condor/Jan Kornas

Die Rettung der Ferienfluggesellschaft Condor wird konkret: Nachdem der polnische Staatskonzern PGL den im Januar geschlossenen Vertrag zur Übernahme der Condor nicht erfüllen konnte, da er durch die Coronakrise selbst in existenzielle Not geraten war, sind nun die Bundesregierung und die Hessische Landesregierung der Condor zur Hilfe gekommen.

Condor wird einen Kredit in Höhe von 294 Millionen Euro aus dem Corona-Schutzschild-Programm des Bundes erhalten. Zusätzlich bekommt das Unternehmen 256 Millionen Euro zur Ablösung eines Kredits bei der KfW-Bank, der eigentlich schon vor Ostern fällig gewesen wäre. Bund und Hessische Landesregierung bürgen für die Kredite, das Vorgehen ist von der EU-Kommission genehmigt.

Die Flotte der Condor besteht derzeit aus 52 Flugzeugen, darunter 16 Boeing 767-300ER. © Condor

„Der Condor Flugbetrieb ist damit gesichert“, teilte das Unternehmen mit. Ralph Teckentrup, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Condor, sagte heute morgen: „Condor ist als operativ gesundes und profitables Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb knapp eines halben Jahres unverschuldet in Not geraten – einmal durch Thomas Cook und dann durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wir sind der Bundesregierung und der Hessischen Landesregierung sehr dankbar für ihre Unterstützung und bedanken uns auch bei all unseren Kunden, Partnern, Dienstleistern und Unterstützern für ihren Zuspruch und Ihr Vertrauen. Insbesondere die Condorianerinnen und Condorianer sind in den letzten Monaten über sich hinausgewachsen und haben das Vertrauen, was in uns gesetzt wurde, mehr als erfüllt.“

Die Kredite helfen der Ferienfluggesellschaft über die nächsten Monate. Flugbetrieb mit Passagieren findet derzeit allerdings aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen so gut wie nicht statt. Lediglich einige Charterflüge für den Transport von Erntehelfern aus Osteuropa nach Deutschland werden derzeit durchgeführt. Außerdem fliegen die Flugzeuge der Condor Fracht in Form von medizinischer Schutzausrüstung aus Asien nach Europa. Damit kann ein Minimum an fliegerischer Tätigkeit aufrecht erhalten werden.

Die jetzt gewährten Kredite halten Condor am Leben. Sollte die Coronakrise mit den Reisebeschränkungen in der jetzigen Form jedoch noch länger anhalten und kein normaler Flugverkehr möglich sein, wird die Condor – wie viele andere Fluggesellschaften auch – weiter in Turbulenzen bleiben.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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