Homepage » Luftverkehr » SunExpress Deutschland wird liquidiert

Die türkisch-deutsche Ferienfluggesellschaft SunExpress löst ihre deutsche Tochtergesellschaft SunExpress Deutschland auf. 1.200 Mitarbeiter sind von der Auflösung des Unternehmens betroffen. Die Flüge sollen jetzt Eurowings und die türkische SunExpress übernehmen.

23.06.2020

Die deutsche Tochtergesellschaft von SunExpress wird aufgelöst, die türkische Muttergesellschaft wird ihren Betrieb fortführen. © Volker K. Thomalla

Der deutsche Ableger der deutsch-türkischen Fluggesellschaft SunExpress, SunExpress Deutschland, wird aufgelöst. Dies teilte die gemeinsame Tochterfirma von Turkish Airlines und Lufthansa, heute mit. Der türkische Unternehmensteil werde weiter existieren. Man habe im Rahmen einer Gesellschafterversammlung beschlossen, die Verkehre künftig in einem AOC zu bündeln.

„Für unsere Passagiere haben wir Lösungen gefunden und werden den Großteil der wegfallenden Flüge mit der türkischen SunExpress sowie weiteren Airline-Partnern wie Eurowings durchführen“, sagte Max Kownatzki, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von SunExpress.

In der Zeit zwischen dem 2. April und dem 31. Mai war die Ferienfluggesellschaft aufgrund nicht vorhandener Passagiernachfrage nur noch zu Sonderflügen gestartet. Die Masse der Flugzeuge der SunExpress stand untätig auf verschiedenen Flughäfen geparkt. SunExpress Deutschland betrieb zuletzt 13 Flugzeuge, während die türkische SunExpress auf eine Flottenstärke von 31 Boeing 737-800 kommt. Erst im November des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen zehn Optionen für die Boeing 737 MAX 8 in Festaufträge umgewandelt und damit die Gesamtzahl der fest bestellten 737 MAX auf 42 hochgeschraubt.

1.200 Mitarbeiter sind betroffen

Von der Liquidation des Unternehmens sind 1.200 Mitarbeiter in Deutschland betroffen. Kownatzki sagte: „Für alle Betroffenen ist das eine traurige Nachricht, die erst nach umfassender und intensiver Bewertung der Situation erfolgt ist. Gleichzeitig stellt dies jedoch einen wichtigen Schritt in die Zukunft dar, um die Marktposition der SunExpress in der Krise zu halten und aus der Krise gestärkt hervorzugehen. Wir übernehmen Verantwortung für unsere knapp 1.200 betroffenen Mitarbeiter, indem wir in den kommenden Wochen mögliche Lösungen in vertrauensvollen Gesprächen mit unseren Mitarbeitern und Sozialpartnern erarbeiten werden.“

Erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Bis zum Ausbruch der Coronakrise flogen mit SunExpress jährlich knapp zehn Millionen Passagiere. Damit sind nach Germanwings und der Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) bereits drei Fluggesellschaften in Deutschland in der Folge der Coronakrise vom Markt verschwunden.

 

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

SunExpress präsentiert das Design des neuen Fanfliegers

SunExpress wandelt 737 MAX-Optionen in Festaufträge um

 

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.